Büro und Homeoffice richtig prüfen

Elektrosmog am Arbeitsplatz messen

Sie arbeiten seit drei Wochen im Homeoffice. Der Router steht direkt neben dem Bildschirm. Der Platz zu Hause ist knapp. Nachmittags kommt die Müdigkeit schneller als früher. Zufall? Vielleicht. Als aber noch eine Kollegin schreibt, dass sie sich im Büro schlechter konzentrieren könne seit dem Umzug in den neuen Stock, direkt unter der Mobilfunkantenne, fangen Sie an, sich Fragen zu stellen.

Wo entsteht Elektrosmog im Büro – und was können Sie dagegen tun?

Elektrosmog im Büro erkennen

Elektrosmog am Arbeitsplatz ist schwerer zu kontrollieren als zu Hause. Man sitzt näher an verschiedenen Geräten. Die Verkabelung ist oft gewachsen und nicht geplant. Im Büro entscheiden andere über Router-Standorte und DECT-Systeme. Was Sie tun können: zuerst messen. Dann wissen Sie, wo der Hebel liegt. Wir erklären Ihnen, wie Sie Ihren Arbeitsplatz systematisch messen, typische Quellen erkennen und Ergebnisse richtig einordnen.

Was im Büro typischerweise strahlt

Welche Elektrosmog-Quellen gibt es am Arbeitsplatz?

Elektrosmog am Arbeitsplatz entsteht durch hochfrequente Funkquellen sowie niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Im Büro summieren sich mehrere Quellen gleichzeitig. Das Besondere: Viele strahlen dauerhaft, nicht nur bei Gebrauch. Die sechs häufigsten Quellen:

WLAN-Router

Häufig eine der stärksten HF-Quellen im Büro. Sendet konstant, auch wenn niemand aktiv surft. Im Homeoffice oft direkt neben dem Arbeitsplatz. Hier macht Abstand den größten Unterschied.

DECT-Telefon

Sendet auch im Standby konstant. Die Basisstation strahlt rund um die Uhr, unabhängig davon, ob telefoniert wird. Im Büro oft zentral platziert. Das ist ungünstig für alle, die in der Nähe sitzen.

Computer & Monitor

Strahlen Computer? Ja, vor allem ältere Röhrenmonitore (bis Mitte 2000 verbreitet) erzeugen starke magnetische Felder bis 1 Meter Abstand. Moderne LCD/LED: deutlich schwächer, aber elektrische Felder durch Kabel bleiben. Mehrere Bildschirme können das Feld verstärken.

Softphone & Video-Calls

Wer über Teams oder Zoom telefoniert, nutzt meist WLAN und Bluetooth-Headset gleichzeitig. Beides sind HF-Quellen direkt am Körper. Vier Stunden Video-Calls täglich bedeuten vier Stunden Bluetooth im Ohr. Kabelgebundenes Headset und LAN statt WLAN senken die Belastung deutlich.

Drucker & Fotokopiergeräte

Starke magnetische Felder beim Druckvorgang, auch im Stand-by-Modus elektrische Felder. Mindestabstand 2 Meter zum Arbeitsplatz. Im Homeoffice steht der Drucker oft direkt neben dem Pult. Messen lohnt sich.

Beleuchtung (Dimmer, Halogen, LED's)

Dimmer erzeugen starke hochfrequente Störfelder. Neonröhren ohne geerdetes Gehäuse verursachen elektrische und magnetische Felder. Halogenlampen mit Trafo erzeugen ein starkes Magnetfeld im Nahbereich. LED ohne Trafo ist deutlich besser.

Externe Mobilfunkantennen

5G- und 4G-Antennen auf dem Dach oder an der Fassade des Gebäudes. Das Gerät erkennt diese Signale auch durch Wände und Decken. Besonders relevant in oberen Stockwerken und bei Fenstern zur Antennen-Seite. Erhöhte Werte von außen sind oft schwer einzuordnen. Hier hilft Erfahrung oder eine professionelle Messung.

Elektrosmog-Quellen im Homeoffice

Im Homeoffice kommen weitere Quellen hinzu: Router, Babyphone, Smart-Home-Geräte und private Elektronik. Alles befindet sich im selben Raum, oft ohne bewusste Planung. Hinzu kommen Smartphone, Tablet oder Telefone, die ebenfalls Funkverbindungen aufbauen und zusätzliche elektromagnetische Felde erzeugen können.

Die Messung

Wie messe ich Elektrosmog im Büro?

Schritt für Schritt: fünf Messpunkte, die am meisten bringen

Die Grundbedienung des Messgeräts erklären wir in der ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung. Hier erläutern wir, welche Messpunkte am Arbeitsplatz besonders wichtig sind.

Elektrosmog im Büro entsteht durch mehrere Quellen, die gleichzeitig aktiv sind. Starten Sie die Messung am eigenen Arbeitsplatz – genau dort, wo Sie die meisten Stunden sitzen. Messen Sie in allen drei Modi nacheinander: Hochfrequenz, NF elektrisch, NF magnetisch.

Was messen: Alle drei Feldtypen im Sitzbereich: HF von WLAN und Mobilfunk, NF elektrisch von Kabeln unter dem Tisch, NF magnetisch von Transformatoren und Netzteilen

Modus: Alle drei Modi nacheinander, Gerät auf Tischhöhe, langsam kreisen

Richtwert (SBM-2024): HF unter 0,1 µW/m² | NF magnetisch unter 20 nT | NF elektrisch unter 0,3 V/m (potenzialfrei)

Tipp: Alle Steckerleisten unter dem Tisch kurz ziehen und nochmals messen. Verschwindet das Feld, sind die Kabel die Quelle, nicht die Wand.

Was messen: Hochfrequenz: Wie stark nimmt das Signal mit Abstand ab?

Modus: HF-Modus, Gerät direkt am Router, dann 0,5 m / 1 m / 2 m / 3 m

Richtwert (SBM-2024): unter 0,1 µW/m² im Sitzbereich

Tipp: Schon 1 Meter Abstand senkt die HF-Belastung drastisch. Im Homeoffice: Router ins Nebenzimmer oder hinter eine Wand stellen. Und nachts ausschalten.

Was messen: Hochfrequenz – konstante Sendeleistung, auch ohne Telefonat

Modus: HF-Modus, Gerät direkt an der Basis, dann 1 m / 2 m / 3 m

Richtwert (SBM-2024): unter 0,1 µW/m²

Tipp: Basisstation nicht auf dem Schreibtisch. Mindestabstand 2 Meter zum Arbeitsplatz. Im Homeoffice: Öko-Plus-DECT prüfen, das nur beim Telefonieren sendet.

Was messen: NF magnetisch beim Druckvorgang, NF elektrisch im Standby

Modus: NF magnetisch (während Druckvorgang!), NF elektrisch (Standby)

Richtwert (SBM-2024): NF magnetisch unter 20 nT im Sitzbereich, NF elektrisch unter 0,3 V/m (potenzialfrei)

Tipp: Drucker mindestens 2 Meter vom Arbeitsplatz. Im Homeoffice: nach Gebrauch vollständig ausschalten, nicht auf Standby lassen.

Was messen: Hochfrequenz von externen Mobilfunkantennen, Nachbar-WLAN

Modus: HF-Modus, Gerät zur Fensterscheibe halten

Richtwert (SBM-2024): unter 0,1 µW/m²

Tipp: Morgens und abends messen. Externe Antennen variieren je nach Netzlast. Erhöhte Werte von aussen: Arbeitsplatz von der Fensterseite wegbewegen.

Legende:
µW/m² = Mikrowatt pro Quadratmeter
nT = Nanotesla
V/m = Volt pro Meter

Zur Information: Die baubiologischen Richtwerte nach SBM-2024 sind für Schlafbereiche definiert. Sie werden jedoch in der Praxis auch für Arbeitsplätze als Vorsorge-Orientierung verwendet.

Sie möchten die Messung sauber durchführen?

Damit Ihre Messung aussagekräftig ist, kommt es auf die richtige Vorgehensweise an. In unserer Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, worauf Sie bei der Messung achten sollten.

Elektrosmog im Büro messen – Schritt für Schritt

Im Video sehen Sie typische Messpunkte im Büroalltag.

Was Sie sofort tun können

Besondere Situation

Ich arbeite im Homeoffice – was ist anders?

Im Homeoffice gibt es dieselben Quellen wie im Büro. Allerdings ist die Konstellation oft ungünstiger. Der Router steht dort, wo Platz ist. Das DECT-Telefon teilt den Raum mit dem Arbeitsplatz. Smart-Home-Geräte, Babyphone, TV befindet sich alles auf engstem Raum. Und da ist keine IT-Abteilung, die sich kümmert.
Der entscheidende Vorteil: Im Homeoffice entscheiden Sie selbst. Router-Standort, DECT-Modell, Kabelführung – das alles liegt in Ihrer Hand. Und viele Ursachen können Sie sofort beheben. Im Büro entscheidet oft der Arbeitgeber oder die IT. Schon mit kleinen Veränderungen lässt sich die Belastung oft deutlich reduzieren.
Seit ich den Router ins Nebenzimmer verlegt und das DECT-Telefon ersetzt habe, merke ich abends einen deutlichen Unterschied. Die Kopfschmerzen sind weg. Das Messgerät hat mir gezeigt, wo das Problem lag.

[Vorname, Beruf, Ort]

Was im Homeoffice besonders häufig übersehen wird

Internet, Router und Switchbox können im Homeoffice zusätzliche Elektrosmog-Quellen sein.

Warum Homeoffice-Messungen oft andere Ergebnisse zeigen

Im Homeoffice treffen andere technische Gegebenheiten und räumliche Bedingungen aufeinander – dadurch können Messwerte deutlich von denen im Büro abweichen.

Fallbeispiel

Ein Planungsbüro im Kanton Zug mit sieben Mitarbeitenden. Das Büro liegt direkt an Bahngleisen. Die Mitarbeitenden berichten seit Monaten über Konzentrationsprobleme und Kopfschmerzen, vor allem am frühen Nachmittag. Zuerst wird an die Raumluft gedacht, dann an die Klimaanlage. Ein Mitarbeiter kauft ein Messgerät und misst seinen Arbeitsplatz: NF magnetisch ist deutlich erhöht, insbesondere im Zeitfenster des Zugverkehrs. Ursache: Der Bahnstrom zeigt 16,7 Hz. Die Geschäftsleitung beauftragt anschließend IBES für eine dokumentierte Profi-Messung mit schriftlichem Bericht.

Die richtige Wahl

Wann sollte ich am Arbeitsplatz eine Profi-Messung beauftragen?

Wann reicht das Messgerät, wann braucht es den Profi?

Ein Messgerät zeigt Werte und typische Quellen. Eine Profimessung erklärt Ursachen, bewertet die Situation fachlich und dokumentiert das Ergebnis nachvollziehbar.

Arbeitsplatzmessung

Für Firmen, die eine dokumentierte Messung mit Bericht und Handlungsempfehlungen brauchen, bietet IBES eine professionelle Arbeitsplatzmessung – inklusive Bericht für Arbeitgeber, HR oder Gebäudemanagement.

Häufige Fragen zum Messen am Arbeitsplatz

Das lässt sich ohne Messung nicht beantworten. Die Belastung im Innern hängt ab von der Antennenausrichtung, dem Stockwerk, der Bauweise des Gebäudes und Ihrer Position im Raum. Messen Sie Ihren Arbeitsplatz. Dann wissen Sie, ob der Wert im unauffälligen Bereich liegt oder nicht. Erst messen, dann einordnen.
Arbeitgeber sind in Deutschland verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen für elektromagnetische Felder durchzuführen (EMFV bzw. Verordnung über elektromagnetische Felder). Ob Ihre konkrete Situation darunterfällt, hängt von der Berufsgruppe und dem Arbeitsplatz ab. In der Schweiz leiten sich die Pflichten aus UVG/VUV sowie den Suva Richtlinien zu physikalischen Einwirkungen ab. Sie verlangen eine Gefährdungsbeurteilung – bei relevanten EMF Quellen kann das auch Messungen einschließen. Eine professionelle Messung durch IBES liefert eine Dokumentation, die als Grundlage dient.
Beginnen Sie an Ihrem eigenen Sitzplatz – in allen drei Modi (HF, NF elektrisch, NF magnetisch). Dann messen Sie den Router, das DECT-Telefon und den Drucker. Zuletzt die Fensterseite auf externe Signale. So entsteht in 30–45 Minuten ein vollständiges Bild Ihrer persönlichen Belastung.
Im Homeoffice entscheiden Sie selbst über Maßnahmen – das ist der große Vorteil. Im Büro sind oft IT-Abteilung oder Hausverwaltung zuständig. Die Messpunkte sind dieselben. Im Homeoffice sollten Sie zusätzlich Smart-Home-Geräte, Babyphone und private Unterhaltungselektronik einbeziehen.
Das ist das Signal für eine Profi-Messung. IBES identifiziert die Quelle, auch wenn sie außerhalb des Gebäudes liegt oder in Wänden und Decken verläuft. Mit schriftlichem Bericht und konkreten Handlungsempfehlungen.
Ja. Für typische Quellen wie Router, DECT oder Geräte am eigenen Platz reicht ein gutes Messgerät oft aus. Bei komplexen Situationen mit mehreren Quellen oder externen Einflüssen ist eine Profimessung sinnvoll.
Sinnvoll ist ein Gerät, das Hochfrequenz sowie niederfrequente elektrische und magnetische Felder messen kann. Nur so erhalten Sie ein vollständiges Bild der Situation.
Das hängt von Grösse, Fragestellung und Aufwand ab. Für Unternehmen oder komplexe Situationen erstellt IBES eine individuelle Offerte.

Profimessung oder selber messen?

Ob professionelle Elektrosmog-Messung durch IBES oder eigene Kontrolle mit einem Messgerät – wir bieten für jeden Bedarf die passende Lösung.