Wie viel ist zu viel?

SAR-Werte: Wie viel strahlt Ihr Handy?

Sie denken bei SAR-Werten automatisch an Ihr Handy? Gut. Das ist auch das Gerät, das Sie täglich am nächsten am Kopf halten. Manchmal stundenlang. Das Handy ist oft die Quelle für die höchste Elektrosmog-Belastung im Alltag.

SAR-Werte einordnen

Aber kurz nachgefragt: Kennen Sie den SAR-Wert Ihres Smartphones und wissen Sie, wie Sie Ihn einordnen können?

Genau darum geht es auf dieser Seite. IBES erklärt Ihnen, was SAR ist – in Klartext. Wir zeigen, welche aktuellen Smartphones hohe und welche niedrige Werte haben. Und geben Ihnen fünf konkrete Maßnahmen an die Hand, mit denen Sie Ihre Strahlenbelastung heute noch reduzieren können. Ohne ein neues Handy kaufen zu müssen.

Legende – Abkürzungen auf dieser Seite

SAR-Wert einfach erklärt

Was bedeutet der SAR-Wert beim Handy?

Was der SAR-Wert ist und warum er zählt

Stellen Sie sich Ihr Körpergewebe wie einen Schwamm vor. Und Ihr Handy als Wasserquelle. Der SAR-Wert sagt: Wie viel Energie saugt dieser Schwamm pro Kilogramm auf, wenn das Handy direkt daneben ist und auf Hochtouren sendet?

SAR steht für Spezifische Absorptionsrate

Die Einheit ist W/kg – also Watt pro Kilogramm Körpergewebe. Ein SAR-Wert von 1,0 W/kg bedeutet: 1 Watt Strahlungsenergie wird pro Kilogramm Körpergewebe absorbiert. Jeweils pro Sekunde, und zwar an der am stärksten belasteten Stelle.

Wichtig zu wissen

Infos zur SAR

SAR = Spezifische Absorptionsrate = wie viel Strahlungsenergie Ihr Körpergewebe beim Telefonieren maximal aufnimmt.

Einheit: W/kg (Watt pro Kilogramm Körpergewebe).

Je kleiner der Wert, desto weniger Energie absorbiert Ihr Gewebe.

Grenzwerte & Gesetze

Mehr Informationen zu gesetzlichen und baubiologischen Grenzwerten und deren Bedeutung für die Praxis finden Sie auf unserer Seite „Grenzwerte & Gesetze“.

SAR-Werte – nicht nur beim Handy

Gilt der SAR-Wert nur für Handys?

SAR gilt für alle körpernahen Funkgeräte

Sie denken bei SAR automatisch an Ihr Handy? Verständlich, das ist die bekannteste Anwendung. Aber schauen Sie mal in Ihre Jackentasche, auf Ihren Schreibtisch, in Ihr Ohr: auch andere Alltagsgeräte haben SAR-Werte.

Wenn sich Belastungen im Alltag summieren

Alle körpernahen Geräte, die Funksignale senden, fallen unter die SAR-Pflicht. Weil sie direkten Körperkontakt haben oder haben können.Der Unterschied: Kleine Bluetooth-Geräte wie Kopfhörer senden mit deutlich weniger Leistung als ein Smartphone. Ihre SAR-Werte sind entsprechend niedrig

Trotzdem: Wer täglich stundenlang Kopfhörer nutzt oder die Smartwatch beim Schlafen anlässt, summiert Belastungen auf, die einzeln betrachtet klein wirken. Und in Kombination dann eben eine ansehnliche Strahlungsbelastung erzeugen.

SAR-Pflicht nach Gerätekategorie

Gerätekategorie SAR-Pflicht Typischer Wertebereich Besonderheit
Smartphone / Handy Ja – gesetzlich 0,13 – 1,75 W/kg Getrennte Messung: Kopf (Telefonieren) und Körper (Hosentasche).
Tablet mit SIM oder WLAN Ja 0,3 – 1,4 W/kg SAR-Wert nach EN 62209-2.
Bluetooth-Kopfhörer (In-Ear) Ja 0,02 – 0,47 W/kg Sendeleistung ~2,5 mW – weit unter Smartphones (~200 mW).
Smartwatch / Fitness-Tracker Ja variiert Direkter Hautkontakt, daher SAR-pflichtig.
Laptop mit WLAN/Bluetooth Ja (körpernah) 0,1 – 0,2 W/kg Relevant, wenn auf dem Schoss genutzt.
WLAN-Router (körperfern) Indirekt nicht messbar am Körper Abstand im Raum, daher SAR nicht relevant; stattdessen Feldstärkemessung.
Hörgeräte (Bluetooth) Meist ausgenommen weit unter Grenzwert Werte liegen so weit unter dem Grenzwert, dass keine Angabe nötig ist.

Merke

SAR-Werte werden nicht für alle Geräte öffentlich ausgewiesen. Bei Smartphones ist die Angabe in der EU gesetzlich verpflichtend (CE-Kennzeichnung). Bei Tablets, Smartwatches und Kopfhörern ist die Transparenz geringer. Faustregel: Je näher ein Gerät am Körper, je länger die Nutzungsdauer, desto relevanter ist der SAR-Wert.

Bluetooth-Lautsprecher – SAR-Werte beachten
Smartwatch – täglicher Funkkontakt
Router – Funkbelastung richtig einordnen
Viele Geräte, gemeinsame Funkbelastung

Aktuelle SAR-Werte im Vergleich

Welches Handy hat den niedrigsten SAR-Wert?

SAR-Werte häufiger Smartphones im Vergleich – aktuell 2025/2026

Zuerst die gute Nachricht: Kein Smartphone, das in der EU verkauft wird, überschreitet den gesetzlichen Grenzwert von 2,0 W/kg. Das ist Pflicht – kein Gerät kommt ohne CE-Kennzeichnung auf den Markt.

Trotzdem gibt es bei den Modellen erhebliche Unterschiede. Sie gehen von etwa 0,48 W/kg bis 1,75 W/kg. Das ist ein Faktor von fast 4. Sie telefonieren viel? Dann lohnt sich für Sie ein strahlungsarmes Modell.

Messbedingungen und Datenbank der SAR-Werte

Die Werte gelten jeweils bei maximaler Sendeleistung unter Laborbedingungen (Norm EN 62209-1, Messung am Ohr).

Die Tabelle wird regelmässig aktualisiert. Für die vollständige Liste aller zugelassenen Geräte: BfS-Datenbank. Zu dieser Datenbank gelangen Sie hier: BfS SAR-Datenbank (offizielle DE-Liste, 4.000+ Geräte):

Strahlungsärmste Smartphones 2025/2026 (SAR Kopf, W/kg)

Rang Modell SAR Kopf (W/kg) Bewertung
1 Fairphone 6 0,48–0,49 Sehr niedrig – Blauer-Engel-tauglich.
2 Samsung Galaxy A13 0,37 Sehr niedrig.
3 Samsung Galaxy A36 5G 0,53 Niedrig.
4 Samsung Galaxy A17 0,67 Niedrig.
5 Samsung Galaxy Z Flip7 0,69 Niedrig.
6 Motorola Edge 60 Pro 0,90 Moderat.
7 Google Pixel 10 0,99 Moderat.
8 Xiaomi 15 0,99 Moderat.
9 iPhone 15 / 15 Pro / 15 Pro Max 0,98 Moderat.
10 iPhone 16 / 16 Plus / 16 Pro 1,24 Mittelfeld.

Smartphones mit den höchsten SAR-Werten (bekannte Modelle)

Rang Modell SAR Kopf (W/kg) Hinweis
1 Xiaomi Mi A1 1,75 Älteres Modell; höchster bekannter Wert in EU-Zulassung.
2 OnePlus 5T 1,68 Älteres Modell.
3 Xiaomi Mi Max 3 1,58 Älteres Modell.
4 iPhone 16e 1,48 Aktuelles Modell, 2025.
5 Samsung Galaxy Z Fold7 1,48 Aktuelles Modell, 2025.
6 iPhone 17 / 17 Pro 1,49 Aktuelles Modell, 2025.
7 Samsung Galaxy S25 Ultra 1,25 Aktuell, 2025.
8 Samsung Galaxy S25 1,29 Aktuell, 2025.
9 iPhone 16 1,08 (Kopf) / 1,17 (Körper) Gleichzeitige Übertragung bis 1,54 W/kg.

Zur Einordnung

  • Alle Geräte in der Tabelle liegen unter dem EU-Grenzwert von 2,0 W/kg.
  • „Höchster SAR-Wert“ bedeutet nicht „gefährlich“ – sondern „näher am Grenzwert“.
  • Wer viel telefoniert: strahlungsarmes Modell wählen oder Abstand halten (Headset, Freisprechen).
  • Zwischen Ohr-SAR und Körper-SAR kann derselbe Wert erheblich abweichen.
  • Beispiel Samsung Galaxy S10: Ohr 0,48 W/kg – Körper 1,59 W/kg.

Einordnung: Hoch oder niedrig?

Ist ein hoher SAR-Wert gefährlich?

Was ein hoher SAR-Wert wirklich bedeutet

Ein hoher SAR-Wert bedeutet zunächst, dass ein Gerät bei maximaler Sendeleistung mehr Energie ans Körpergewebe abgibt. Mehr als ein Gerät mit niedrigem SAR-Wert. Punkt.

Bedeutet das automatisch, dass diese Geräte dann „gefährlich“ sind? Nicht automatisch. Aber: Der Grenzwert schützt. Aber selbst bei Geräten kann es Ausrutscher geben: In Frankreich stoppte die Aufsichtsbehörde zeitweise den Verkauf des iPhone 12, weil Messungen den EU SAR Grenzwert für die Gliedmaßen überschritten.

Zur Orientierung

Empfehlung

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: möglichst niedrige Werte wählen und Abstand halten. Wir von IBES schließen uns dieser Empfehlung an.

Häufige Fragen (FAQ)

Elektromagnetische Strahlung begegnet uns täglich – oft, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen.
Hier beantworten wir häufige Fragen zu möglichen Strahlungsquellen und ihren Auswirkungen.
Kurz, verständlich und mit Blick auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand.

Ja. Wenn Sie Abstand halten, kurz telefonieren und ein Headset oder die Freisprechfunktion nutzen, senken Sie die aufgenommene Energie deutlich – auch bei einem Modell mit höherem SAR-Wert.
Nur teilweise. Wenn Sie stundenlang bei schlechtem Empfang direkt am Kopf telefonieren, steigt die Belastung stark an – auch mit einem eigentlich strahlungsarmen Gerät.
Hersteller testen Ihr Smartphone in verschiedenen Positionen: einmal am Ohr, einmal nah am Körper, zum Beispiel in der Hosentasche. Je nach Antennenlage strahlt das Gerät am Körper deutlich mehr ins Gewebe – deshalb liegt der Körper SAR bei einigen Modellen deutlich höher als der Kopf SAR.
Der SAR-Wert zeigt nur das maximale Labor Szenario, nicht Ihre typische Alltagsnutzung. Wie stark Sie sich tatsächlich belasten, hängt von Empfang, Abstand, Nutzungsdauer und anderen Funkquellen in Ihrer Umgebung ab – das sehen Sie erst in einer Messung der Feldstärke, nicht in der SAR-Zahl.
Den SAR-Wert selbst können Sie nicht messen: Er wird im Labor unter Normbedingungen bestimmt. Was Sie messen können: die hochfrequente Feldstärke (in V/m oder µW/m²) in Ihrer Wohnung. Dafür eignet sich ein Elektrosmog-Messgerät. Für eine vollständige Einordnung empfiehlt sich eine Profi-Messung.

Zahlen statt Bauchgefühl

Der SAR-Wert zeigt, was Ihr Gerät im Labor kann. Und messen kann man ihn mit einem Messgerät nicht. Aber, Sie können die Strahlenstärke Ihres Handys messen. Mit einem eigenen Messgerät bekommen Sie erste Orientierung. Mit einer Profi-Messung bekommen Sie Werte, Einordnung und konkrete Handlungsempfehlungen.

Fünf Tipps zur Reduktion – sofort umsetzbar

Wie reduziere ich Handystrahlung?

Schwingt Ihr Handy bei den SAR-Werten obenaus? Sie müssen nicht gleich loslaufen und sich ein Neues besorgen. Es hilft schon viel, wenn Sie Ihre Gewohnheiten anpassen. Damit können Sie die SAR-Belastung senken, manchmal sogar auf einen Bruchteil des Maximalwertes.

Abstand halten

Die Strahlungsintensität nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Schon 1–2 cm Abstand zwischen Handy und Ohr – durch Freisprechen oder Kopfhörer – reduziert die Absorption deutlich. Das Handy auf dem Tisch, nicht in der Hand: noch besser. Auch beim Surfen oder Telefonieren lässt sich so die persönliche Exposition im Alltag deutlich reduzieren.

Bluetooth-Headset statt Handy am Ohr

Ein Bluetooth-Headset sendet mit rund 2,5 Milliwatt. Ein Smartphone sendet mit bis zu 200 Milliwatt – also etwa 80-mal mehr. Wer oft telefoniert, profitiert direkt von einem Headset. Und wer es wirklich optimal will, verwendet ein kabelgebundenes Headset ohne Funkverbindung.

Auf guten Empfang achten

Wissen Sie, wann Ihr Handy am stärksten sendet? Genau dann, wenn der Empfang schlecht ist. Im Keller, im Zug, in Aufzügen. Das Gerät dreht automatisch auf maximale Sendeleistung – und der SAR-Wert nähert sich seinem Labormaximalwert. Bei schlechtem Empfang das Gespräch ganz einfach auf später verschieben.

Nachts in den Flugmodus

Nicht in die Hosentasche, sondern auf den Nachttisch? Besser. Flugmodus? Noch besser. Wer das Handy beim Schlafen neben dem Bett deponiert, ohne Flugmodus, ist zwar erreichbar – aber das Gerät sucht ständig nach Empfang und sendet periodisch. Also: Aktivieren Sie nachts den Flugmodus. Der Wecker klingelt trotzdem.

Nicht ständig in der Hosentasche

Der Körper-SAR kann höher sein als der Kopf-SAR. Beispiel: Samsung Galaxy S10: Ohr 0,48 W/kg – Körper 1,59 W/kg. Das Handy in der Hosentasche bedeutet ständige Körpernähe. Auch wenn Sie nicht telefonieren. Verstauen Sie Ihr Gerät deshalb in einer Tasche, einem Rucksack oder der Handtasche. Wenn Sie Ihr Handy in der Hosentasche tragen, dann mit Displayseite vom Körper weg.

Profimessung oder selber messen?

Ob professionelle Elektrosmog-Messung durch IBES oder eigene Kontrolle mit einem Messgerät – wir bieten für jeden Bedarf die passende Lösung.