Strahlungsquellen mit Ihrem Messgerät aufspüren

Elektrosmog messen – die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Richtig messen: So gehen Sie vor

Das Gerät liegt vor Ihnen. Jetzt geht es darum, es richtig einzusetzen. Denn wenn Sie falsch messen, erhalten Sie falsche Ergebnisse. Und ziehen falsche Schlüsse. In dieser Anleitung erklären wir, wie Sie sich vorbereiten, welcher Modus wann gilt, wo Sie im Raum messen, wie Sie Werte lesen. Außerdem zeigen wir auf, welche Fehler sich leicht vermeiden lassen.

Ohne Vorkenntnisse

Unsere Bedienungsanleitung für die Elektrosmog-Messung ist in fünf Schritten aufgebaut. Von der Vorbereitung Ihres Gerätes bis zum Ablesen und Interpretieren der Messwerte. Ganz wichtig: Sie benötigen keine Vorkenntnisse. Auch Laien können das Messgerät problemlos und ohne technische Erfahrung sicher und einfach bedienen.

Gratis-Checkliste zum Download

PDF-Checkliste «Elektrosmog messen – die wichtigsten Schritte»: einseitige Checkliste zum Ausdrucken und Mitnehmen beim Messen. Alle fünf Schritte auf einen Blick. Platzhalter – von IBES / Thomas Grether zu erstellen und als Download bereitzustellen.

Ganz einfach und spielend leicht selber messen.

SCHRITT 1

Die Vorbereitung macht den Unterschied

Anleitung Messgerät: Wie bereite ich mich auf eine Elektrosmog-Messung vor?

Gute Vorbereitung kostet zehn Minuten. Schlechte Vorbereitung ergibt falsche Ergebnisse. Der wichtigste Grundsatz: Alle Geräte sollen im Normalbetrieb sein, wenn Sie messen. Normalbetrieb bedeutet, dass alle elektronischen Geräte in der Wohnung oder im Büro so laufen, wie Sie sie im Alltag tatsächlich nutzen.

1.1 Gerät aufladen oder Batterie prüfen

Ein schwacher Akku oder eine schwache Batterie kann die Anzeigegenauigkeit beeinträchtigen. Laden Sie das Gerät vollständig auf oder legen Sie eine frische Batterie ein, bevor Sie beginnen. Prüfen Sie außerdem die Kontakte. Korrosion an den Kontaktstellen führt zu Messfehlern.

1.2 Alle Geräte in Normalbetrieb lassen

Schalten Sie nichts aus, bevor Sie messen. Alle Geräte, also WLAN, der Computer, das DECT-Telefon, Kühlschrank, Babyphone, Nachttischlampe, Stromkreise müssen so laufen wie immer. Das ist wichtig, damit Sie ein realistisches Bild davon erhalten, wie die Belastung ist.

Häufiger Fehler

Ein häufiger Fehler: Man schaltet den Router aus, um ihn zu testen. Das führt zu keinem brauchbaren Ergebnis. Erst in eingeschaltetem Zustand messen, dann ausschalten und nochmals messen. So sehen Sie den Unterschied.

1.3 Messplan erstellen

Überlegen Sie, welche Räume Sie messen wollen und in welcher Reihenfolge. Notieren Sie sich, was Sie in jedem Raum prüfen wollen: Router, Steckdosen, Schlafplatz, die Wand hinter dem Kinderbett. Das spart Zeit und Sie stellen sicher, dass Sie an alles denken.

Tipp

Beginnen Sie mit dem Schlafzimmer und dem Kinderzimmer. Das sind die wichtigsten Räume. Da halten Sie sich verhältnismäßig lange auf.

Checkliste Vorbereitung

Sie haben noch kein Gerät?

Mit unserem Elektrosmog-Messgerät können Sie spielend leicht Belastungen selbst überprüfen und schnell erkennen, wo in Ihrem Zuhause Handlungsbedarf besteht.

SCHRITT 2

Welchen Modus verwende ich für Welche Quelle?

Wie stelle ich ein Elektrosmog-Messgerät richtig ein?

Ein Elektrosmog-Messgerät misst je nach Modus unterschiedliche Feldarten: Hochfrequenz (drahtlose Signale) und Niederfrequenz (elektrische und magnetische Felder aus Strom). Wer den falschen Modus wählt, misst an der Quelle vorbei. Und glaubt fälschlicherweise, alles sei in Ordnung. Deshalb ist es wichtig, vor jeder Messung die passende Einstellung für die jeweilige Feldart zu wählen.

Welcher Messmodus für welche Feldart?

WLAN und Mobilfunk sind Hochfrequenz (HF). Stromleitungen, Trafostationen oder Kabel erzeugen Niederfrequenz (NF). Beides ist vorhanden. Beides muss gemessen werden. Hochfrequente Strahlung messen Sie im HF-Modus, niederfrequente Felder in den NF-Modi. Das geht nur, wenn Sie die Modi wechseln.
Modus Misst Typische Quellen Einheit / Anzeige
HF-Modus Hochfrequenz WLAN, 5G, 4G, Bluetooth, DECT, Smart-Home µW/m² | LEDs grün bis rot
NF elektrisch Niederfrequenz elektrisch Stromleitungen, Steckdosen, Kabel (auch ausgeschaltet) V/m | LEDs grün bis rot
NF magnetisch Niederfrequenz magnetisch Leitungen unter Strom, Bahnstrom, Trafos, Netzteile nT | LEDs grün bis rot
Ortungsmodus NF elektrisch (Leitungen in Wänden) Versteckte Kabel und Leitungen in Wänden, Böden, Decken Akustisches Signal + LEDs
Kurz gesagt bedeutet das: HF misst Funkstrahlung wie WLAN oder Mobilfunk. NF misst Stromfelder wie Kabel und Steckdosen. Wichtig ist, dass Sie immer alle drei Mess-Modi nacheinander verwenden. Wer nur im HF-Modus misst, übersieht niederfrequente Felder – und umgekehrt.

Legende:
µW/m²: Mikrowatt pro Quadratmeter
V/m: Volt pro Meter
nT: Nanotesla

So wechseln Sie den Messmodus

2.1 Gerät einschalten

Drücken Sie den Ein-/Ausschaltknopf. Das Gerät startet im Standard-Messmodus und die LEDs leuchten kurz auf. Das ist der Selbsttest. Warten Sie, bis er abgeschlossen ist.

2.2 HF-Modus starten

Beginnen Sie immer mit dem HF-Modus (Hochfrequenz) und erfassen Sie als Erstes WLAN, Mobilfunk, DECT-Telefon, Babyphon, Induktionsherd oder Bluetooth. Das sind die häufigsten Quellen im Haushalt. Das Gerät zeigt den Modus durch ein Symbol oder eine LED-Farbe an.

Tipp

Halten Sie das Gerät mit ausgestrecktem Arm und nicht direkt am Körper. Der eigene Körper kann das Signal abschwächen. Halten Sie das Gerät aber immer in der Hand und legen Sie es zum Messen nicht hin. Das Gerät braucht gerade bei niederfrequenten elektrischen Feldern Ihren Körper als elektrische Referenz.

2.3 NF-elektrisch und NF-magnetisch prüfen

Wechseln Sie nach der HF-Messung in den NF-elektrisch-Modus, um Stromleitungen, Steckdosen etc. zu messen. Und dann schalten Sie in den NF-magnetisch-Modus, um Trafostationen, Bahnstrom und ähnliches zu detektieren. Erst wenn Sie alle drei Modi an einem Messpunkt genutzt haben, ist die Messung vollständig.

2.4 Ortungsmodus für Leitungen in Wänden

Der Ortungsmodus erkennt elektrische Leitungen in Wänden, Böden und Decken. Und zwar auch dann, wenn die angeschlossenen Geräte ausgeschaltet sind. Halten Sie das Gerät parallel zur Wand und fahren Sie langsam entlang. Ein akustisches Signal zeigt die Leitung an. Besonders nützlich im Schlafzimmer: So finden Sie Kabel, die hinter dem Bett in der Wand verlaufen und ein konstantes elektrisches Feld erzeugen.

Wichtig beim Moduswechsel

Das Video zeigt den Wechsel zwischen den Messmodi Schritt für Schritt.

Erklärvideo «Elektrosmog-Messgerät richtig einstellen – Modus wechseln, Ortungsmodus nutzen». Dauer ca. 3–4 Min. Video zeigt: Gerät einschalten, HF-Modus, NF-Modus, Ortungsmodus an einer Steckdose. Platzhalter – von Thomas Grether zu produzieren oder zu verlinken.

Schritt 3

Messpunkte richtig wählen und vollständig messen

Wo sollte ich im Raum Elektrosmog messen?

Nicht überall im Raum ist die Belastung gleich. Direkt am Router ist sie höher als in der Ecke. An der Steckdose anders als in der Raummitte. Und am Kopfende des Bettes bei Nachttischlampe und Radiowecker entscheidet sich, wie gut Sie jede Nacht schlafen.

Drei Prinzipien gelten immer:

3.1 Auf Kopfhöhe und Brusthöhe messen

Die meisten Menschen halten das Gerät auf einer Höhe und messen damit nur einen Teil der tatsächlichen Belastung. Felder variieren je nach Höhe und Abstand zur Quelle. Drei einfache Regeln:

3.2 Nah an Quellen und in der Raummitte

Messen Sie direkt an der vermuteten Quelle (Router, Steckdose, Babyphone) und dann in 0,5 m, 1 m und 2 m Abstand. So sehen Sie, wie schnell das Feld abfällt.

3.3 Gerät langsam bewegen

Ruckartige Bewegungen verfälschen das Ergebnis. Halten Sie das Gerät ruhig, bewegen Sie es langsam, circa 10 bis 20 Zentimeter pro Sekunde. Wenn Sie die Position wechseln, warten Sie kurz, bis sich die Anzeige stabilisiert hat.

3.4 Mehrmals messen und zu verschiedenen Zeiten

Externe Quellen wie Mobilfunkantennen variieren je nach Netzlast. Morgens kann die Belastung anders sein als abends. Messen Sie denselben Punkt mindestens zweimal zu verschiedenen Tageszeiten. Weichen die Werte stark ab, deutet das auf eine externe, schwankende Quelle hin.

Checkliste Messpunkte

SCHRITT 4

Was die LED-Anzeige bedeutet / welche Richtwerte gelten

Wie lese ich die Elektrosmog-Messwerte richtig?

Das Gerät blinkt grün, orange, rot. Was bedeutet das? Die LED-Anzeige des Messgeräts zeigt die Feldstärke in Stufen an: von grün für unauffällig bis rot für erhöht. Je nach Messwert verändert sich die Farbe entsprechend und ermöglicht so eine schnelle erste Einschätzung der gemessenen Feldstärke direkt vor Ort.

Was bedeuten die gemessenen Werte?

Werte sind nicht einfach zu interpretieren. Genau deshalb bieten wir in unserem Shop Messgeräte mit LED-Anzeigen an. Wenn die LEDs in den orangen oder roten Bereich ausschlagen wissen Sie: Der baubiologische Grenzwert ist erreicht bzw. überschritten. Für die Einordnung einer Elektrosmog-Messung gibt es nämlich zwei Maßstäbe.
Gesetzliche Grenzwerte schützen vor akuten Schäden durch sehr starke Felder. Baubiologische Richtwerte gelten als Vorsorgewerte für den Alltag, insbesondere für den Schlafbereich.

4.1 LED-Farben und Stufen ablesen

Tipp

Notieren Sie den gemessenen Wert mit Ort und Messmodus.

Weitere Infos

Mehr Details zum Messen im Schlafzimmer inklusive detaillierter Richtwert-Tabelle finden Sie hier.
Wichtige Informationen dazu, wer Grenzwerte definiert, wie sie umgesetzt werden und welche Gesetze gelten, finden Sie hier.

4.2 Quelle identifizieren, nicht nur Wert notieren

Ein hoher Wert allein sagt wenig. Die Frage ist: Was sagt er zusammen mit dem Modus und dem Messpunkt? Ist die HF nah beim Router hoch? Ist die NF magnetisch an der Wand hoch, obwohl keine Geräte in der Nähe sind? Dann zeigt es vermutlich die Leitung in der Wand an. Erst Ursache verstehen, dann handeln.

Unbedingt beachten

Drei häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

Welche Fehler passieren beim Elektrosmog messen?

Die meisten Messfehler passieren, weil das Gerät unsachgemäß gehandhabt wird. Damit Ihnen diese Fehler nicht passieren, listen wir sie hier auf. So können Sie typische Fehlerquellen von Anfang an vermeiden und sicherstellen, dass Ihre Messungen möglichst aussagekräftige und verlässliche Ergebnisse liefern.

Nur ein Modus verwendet

Problem: Wer nur im HF-Modus misst, sieht WLAN und Mobilfunk, jedoch nicht die Stromleitungen in der Wand. Wer nur NF misst, sieht die Leitungen, aber nicht den Router des Nachbarn.

Lösung: Immer alle drei Modi beachten, die automatisch aktiviert sind. HF, NF elektrisch, NF magnetisch. Erst dann ist die Messung vollständig.

Geräte vor der Messung ausgeschaltet

Problem: Wer den Router ausschaltet, bevor er misst, findet keinen Elektrosmog – und glaubt, alles sei gut. Das Ergebnis stimmt, aber es entspricht nicht dem Alltag.

Lösung: Normalbetrieb herstellen. Alle Geräte im Haushalt oder im Büro eingeschaltet lassen wie immer. Dann messen. Dann – wenn nötig – einzelne Geräte abschalten und nochmals messen. So sehen Sie den Einfluss jedes Geräts.

Hoher Wert ohne Kontext bewertet

Problem: “Es leuchtet rot. Ich muss sofort handeln!“ Nicht unbedingt. Ein kurzer Ausschlag beim Drücken eines Lichtschalters ist anders zu bewerten als ein dauerhaft roter Wert am Schlafplatz.

Lösung: Dauerwert oder Momentanwert? Wo genau? In welchem Modus? Erst wenn Ort, Modus und Zeitverlauf klar sind, lässt sich der Wert einordnen. Im mitgelieferten Ratgeber sind typische Situationen und was sie bedeuten, erklärt.

Checkliste zum Mitnehmen

Alle vier Schritte übersichtlich auf einem Blatt. Einfach ausdrucken, mitnehmen und direkt beim Messen abhaken. So behalten Sie den Überblick und vermeiden wichtige Messschritte oder typische Fehler.

Elektrosmog messen

Häufige Fragen (FAQ)

Eine Elektrosmog-Messung dauert pro Raum etwa 10 bis 15 Minuten. Für eine ganze Wohnung (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer, Küche): 45 bis 60 Minuten. Eine vollständige Elektrosmog-Messung, bei der Sie mehrere Punkte zu verschiedenen Tageszeiten prüfen, kann bis zu 2 Stunden dauern.
Die Quelle ist hochfrequent, also WLAN, Mobilfunk, DECT oder Bluetooth. Das ist typisch für einen aktiven Router oder eine Mobilfunkantenne in der Nähe. Beobachten Sie die LED-Kurve de HF-Modus und messen Sie in verschiedenen Richtungen, um die Quelle zu orten.
Ja. Die IBES-Geräte messen bis zu mehrere Hundert Meter weit, also auch externe Quellen wie Mobilfunkantennen, Hochspannungsleitungen und Bahnstrom in der Nähe. Schützen Sie draussen das Gerät vor Feuchtigkeit.
Zuerst die Quelle identifizieren (Modus, Ort, Zeitverlauf). Dann prüfen, ob eine einfache Maßnahme hilft: Stecker ziehen, Router umplatzieren, Abstand vergrößern. Bleibt der Wert erhöht oder ist die Quelle unklar, ist eine Profi-Messung der nächste Schritt – mit schriftlichem Bericht und konkreten Empfehlungen.
Nein. Die Bedienungsanleitung des Messgeräts erklärt die Grundfunktionen, der mitgelieferte 72-seitige Ratgeber liefert Hintergrundinformationen. Diese Anleitung hier ergänzt beides um den praktischen Ablauf. Fachwissen ist keine Voraussetzung. Sorgfalt beim Messen schon.

Profimessung oder selber messen?

Ob professionelle Elektrosmog-Messung durch IBES oder eigene Kontrolle mit einem Messgerät – wir bieten für jeden Bedarf die passende Lösung.