Die richtige Wahl

Elektrosmog im Auto – Verbrenner und Elektroauto

Fahren Sie einen Benziner oder ein E-Auto? So oder so: Moderne Autos sind kleine rollende Technikzentralen. Sie navigieren, funken, heizen Sitze, verbinden Smartphones, messen Reifendruck. Sie unterstützen beim Bremsen und manche fahren rein elektrisch.

Technik erzeugt Felder

Das alles ist praktisch. Nur: Überall, wo Strom fliesst oder Daten per Funk übertragen werden, entstehen elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder.

Elektrosmog im Auto verstehen

Vielleicht fragen Sie sich:

Felder in jedem Fahrzeug

Das Bundesamt für Strahlenschutz hält fest: In jedem Auto entstehen elektrische und magnetische Felder. Unabhängig davon ob Autos mit Verbrennungsmotor, Elektroautos und Hybridautos.

Unterschiedliche Quellen im Fahrzeug

Elektrosmog im Auto messen

Elektrosmog im Auto ist nicht automatisch gefährlich. Er variiert je nach Fahrzeugmodell, Sitzplatz, Fahrstil, Funknutzung und eingeschalteten Verbrauchern. IBES erhält immer wieder Anfragen von Vielfahrern, die über Kribbeln in den Füssen oder heisse Beine berichten. Symptome, die sie vorher nicht hatten. Hier kann eine Messung Klarheit schaffen.

Elektroautos fahren anders

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung: Elektroautos fahren anders als Benziner oder Dieselfahrzeuge. Sie beschleunigen schneller und sind nahezu geräuschlos. Deshalb wird manchen Menschen leicht schwindelig oder sie bekommen ein mulmiges Gefühl im Magen. Das hat meist nichts mit Elektrosmog durch die Batterie zu tun.

Strahlt es in Ihrem Auto?

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Strahlung im Auto

Strahlung im Auto entsteht nicht an einer einzigen Stelle

Wie viel Elektrosmog gibt es in einem Auto?

Denken Sie bei Elektrosmog automatisch ans Elektroauto? Verständlich. Dort arbeiten große Batterien, starke Ströme und elektrische Antriebe. Was vielen Autofahrern nicht bewusst ist: Auch im Verbrenner entstehen elektromagnetische Felder. Sie kommen aber aus anderen Quellen.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die Antriebsart, sondern welche elektrischen Systeme im Fahrzeug aktiv sind und wo Sie sitzen. Eine Messung kann zeigen, welche Bereiche tatsächlich stärker belastet sind und wo die höchsten Feldstärken auftreten.

Typische Quellen im Auto sind:

Beim E-Auto zusätzlich:

Magnetfelder und Funk im Auto

Messungen zeigen: Die stärksten niederfrequenten Magnetfelder entstehen häufig im Fußraum, im Unterschenkelbereich oder nahe Kabeln und Antriebskomponenten. Auch der ADAC bestätigt besonders starke Felder im Fußraum. Zusätzlich entstehen Funkfelder durch Smartphone, WLAN-Hotspot, Bluetooth und andere drahtlose Systeme.

Belastung variiert je nach Fahrzeug

Wie viel Elektrosmog im Auto entsteht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Typische Werte hängen stark vom Fahrzeug, vom Sitzplatz und vom Fahrzustand ab. Offizielle Messungen zeigen: Die durchschnittliche Belastung kann niedrig sein. Lokal und kurzzeitig können aber deutlich höhere Spitzen auftreten können.

Die Quellen im Fahrzeug

Welche elektromagnetische Strahlung entsteht im Auto?

Niederfrequente Felder und Funkstrahlung bitte unterscheiden

Wenn man von elektromagnetischer Strahlung im Auto spricht, wird oft alles in einen Topf geworfen. Für die Messung ist die Unterscheidung aber wichtig. Ein E-Auto erzeugt vor allem niederfrequente magnetische Felder durch Stromflüsse im Antriebssystem. Verwenden Sie Ihr Smartphone im Auto, entsteht dagegen hochfrequente Funkstrahlung. Beides ist messbar. Aber nur mit dem richtigen Messmodus und der korrekten Einordnung.

Abstand und Sitzposition sind entscheidend beim Auto

Die WHO erinnert bei niederfrequenten Feldern an eine wichtige physikalische Eigenschaft: Magnetfelder „are not shielded by most common materials, and pass easily through them“. Auf Deutsch: Viele Materialien im Alltag schirmen Magnetfelder kaum ab. Abstand, Sitzposition und konkrete Messung sind deshalb oft wichtiger als ein gutes Gefühl.

Quelle im Auto Art der Belastung Typisch bei
Hochvoltbatterie, Elektromotor, Inverter niederfrequente Magnetfelder E-Auto, Hybrid
Rekuperation, Beschleunigung, Bremsen kurzzeitige Magnetfeldspitzen E-Auto, Hybrid
Lichtmaschine, Batterie, Kraftstoffpumpe niederfrequente Magnetfelder Verbrenner, Hybrid
Sitzheizung, Klimaanlage, Bordelektronik elektrische und magnetische Felder alle Autotypen
Bluetooth, WLAN, Mobilfunk, Funkschlüssel hochfrequente Funkfelder alle modernen Autos
Reifendruckkontrolle, Radar, Assistenzsysteme Funk- und Sensorsignale viele moderne Autos
magnetisierte Reifen niederfrequente Magnetfelder alle Autotypen

Quellenhinweis

Hochvoltbatterien erzeugen elektrische und magnetische Felder.
Auch im Familienauto lohnt ein Blick auf elektromagnetische Strahlung.
Displays und Funktechnik als zusätzliche Funkquellen.
Kabel und Hochvolt-Technik mit messbaren Feldern.

Elektroauto vs. Verbrenner

Elektrosmog bei Elektroautos einordnen

Strahlt ein Elektroauto mehr als ein normales Auto?

Höhere Werte an bestimmten Stellen

Ein Elektroauto kann in bestimmten Situationen höhere niederfrequente Magnetfelder erzeugen als ein Verbrenner. Das ganz besonders im Fußraum. Und wenn Sie stark beschleunigen oder bremsen. Trotzdem zeigen aktuelle Messungen: Die untersuchten E-Autos überschreiten die relevanten akuten Basisgrenzwerte nicht. Verbraucherschützer in Deutschland warnen deshalb nicht offenkundig vor Strahlenbelastung, sondern konzentrieren sich beim Thema Elektromobilität auf Preistransparenz, Energieeffizienz, Kauf- und Förderrichtlinien.

Was Messungen wirklich zeigen

Die Frage „Elektrosmog E-Auto oder Verbrenner?“ klingt einfach. Die Antwort ist es nicht. Denn es kommt darauf an, was gemessen wird:

BfS-Studie von 2025

Die grosse BfS-Studie von 2025 untersuchte elf reine Elektroautos, zwei Plug-in-Hybride, ein Verbrennerfahrzeug und zusätzlich Elektro-Zweiräder. Gemessen hat man auf Prüfständen, auf einer Teststrecke und im Realverkehr. Dabei zeigte sich:

Keine akute Grenzwertüberschreitung

Wichtig ist aber der zweite Teil der Aussage. Der BfS-Bericht hält fest, dass die Berechnungen „keine Konflikte mit den Basisgrenzwerten“ nach ICNIRP 2010 zeigten (BfS 2025, Teil 1: Elektromagnetische Felder beim Fahren). Die offizielle Bewertung sagt: Es kommt nicht zu einer akuten Grenzwertüberschreitung im Körper.

Frage Verbrenner Elektroauto / Hybrid
Gibt es Elektrosmog? Ja Ja
Hauptquellen Batterie, Lichtmaschine, Kraftstoffpumpe, Bordelektrik, Funktechnik, Reifen Hochvoltantrieb, Batterie, Inverter, Rekuperation, Ladekabel, Bordelektrik, Funktechnik, Reifen
Wo oft stärker messbar? je nach Verbraucher, Reifen, Sitzheizung, Bordelektrik häufig im Fußraum und in der Nähe von Antrieb/Kabeln
Wann entstehen Spitzen? Einschalten, elektrische Verbraucher, Funknutzung Beschleunigen, Bremsen, Rekuperation, Laden, elektrische Verbraucher
Pauschal „besser“ oder „schlechter“? Nein Nein

Messwerte & Quellen

Messwerte einordnen

Welche Werte wurden im Auto gemessen?

Durchschnittswerte und Kurzzeitspitzen sind nicht dasselbe

Bei Elektrosmog im Auto ist eine Zahl allein selten aussagekräftig. Ein kurzer Peak im Fußraum bedeutet etwas anderes als eine über längere Zeit gemittelte Belastung am Oberkörper. Genau hier entstehen viele Missverständnisse. Der BfS-Bericht benennt diese Situationen ausdrücklich und beschreibt, dass „lokal eine deutliche Überschreitung der Referenzwerte möglich ist“, typischerweise im Fuss- und Unterschenkelbereich (BfS 2025, Teil 1)

Was Messungen wirklich zeigen

Das Schweizer BAG nennt in einer Untersuchung zu magnetisierten Reifen bei 80 km/h Mittelwerte von
Die Maximalwerte lagen dort bei 0,73, 0,45, 8,89 und 9,51 Mikrotesla.

Lokale Spitzen, niedrigere Mittelwerte

Der BfS-Bericht 2025 zeigt bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden ein anderes Bild: Raum- und zeitbezogene Langzeitwerte lagen deutlich niedriger als lokale Spitzen. Gleichzeitig konnten beim Fahren Spitzen über 100 Mikrotesla auftreten. In der Ergebnistabelle wird für ein Fahrzeug ein maximaler BPEAK-Wert von 768 Mikrotesla ausgewiesen. Solche Werte sind lokal, kurzzeitig und vom Fahrzustand abhängig.
Messkontext Was gemessen wurde Was das bedeutet
Magnetisierte Reifen Werte im Fussbereich und auf Rücksitzen höher als im Kopfbereich Auch Verbrenner können messbare Magnetfelder erzeugen
Sanftes Fahren im E-Auto lokale Spitzen bis knapp über 100 Mikrotesla Elektrosmog im E-Auto ist messbar, aber orts- und zustandsabhängig
Sportliches Fahren / Rekuperation teils deutlich höhere lokale Spitzen Fahrstil und Lastwechsel beeinflussen die Werte
Körperbezogene Bewertung keine Konflikte mit ICNIRP-2010-Basisgrenzwerten offizielle Entwarnung für akute Grenzwertbewertung, keine Aussage über jede Vorsorgefrage

Quellenhinweis

Die Angaben zu Fahrzeugmessungen, Spitzenwerten, Realverkehr und Basisgrenzwerten stammen aus dem BfS-Bericht 2025 (BfS 2025, Teil 1). Die Werte zu Reifen stammen aus dem BAG-Faktenblatt Auto, Elektroauto, Hybridauto (BAG-Faktenblatt).

Grenzwerte und Vorsorge

Ist elektromagnetische Strahlung im Auto problematisch?

Offizielle Grenzwerte

Offizielle Grenzwerte schützen vor bekannten akuten Wirkungen elektromagnetischer Felder. Bei niederfrequenten Magnetfeldern geht es zum Beispiel darum, Reizwirkungen auf Nerven und Muskeln zu vermeiden. Diese Grenzwerte sind wichtig. Die WHO weist darauf hin, dass niederfrequente Magnetfelder bei sehr hohen Feldstärken akute biologische Wirkungen auslösen können. Gleichzeitig wurde die Frage möglicher Langzeitwirkungen über viele Jahre untersucht.

Vorsorge

Besonders häufig diskutiert wird dabei die Einstufung niederfrequenter Magnetfelder als „possibly carcinogenic to humans“. Diese Einstufung beruht vor allem auf Beobachtungen bei langfristiger Exposition im Wohnumfeld. Dies im Zusammenhang mit langfristiger Exposition im Wohnumfeld oberhalb von 0,3 bis 0,4 Mikrotesla. Diese Daten lassen sich deshalb nicht einfach eins zu eins auf Autofahrten übertragen. Sie zeigen aber, warum manche Menschen zusätzlich auf Vorsorge achten.

Langfristige Auswirkung

„Grenzwert eingehalten“ und „für mich optimal reduziert“ sind zwei verschiedene Fragen. Das BfS äussert sich dazu nicht differenziert. Das Schweizer BAG formuliert diese Lücke sehr klar: „Inwieweit sich diese Felder langfristig auf die Gesundheit auswirken, lässt sich auf Grund des aktuellen Wissensstandes nicht beurteilen“ (BAG-Faktenblatt). Sie wollen tiefer ins Thema Grenzwerte eintauchen?

Für strahlungsarme Fahrten im Auto

Wollen Sie Elektrosmog im Auto messen und Belastung sichtbar machen?

Tipps für Vielfahrer

Was Sie konkret tun können

Wie schütze ich mich im Auto vor Elektrosmog?

Tipps für Vielfahrerinnen und Vielfahrer

Sie müssen Ihr Auto nicht umbauen, um die elektromagnetische Belastung zu reduzieren. Oft reicht es, wenn Sie Ihre Gewohnheiten anpassen. Besonders dann, wenn Sie täglich pendeln, beruflich viel fahren oder regelmäßig lange Strecken im E-Auto zurücklegen.

Handy nicht auf dem Schoß tragen

Legen Sie das Smartphone nicht direkt an den Körper. Nutzen Sie eine Halterung mit Abstand. Noch besser: Lassen Sie es in der Tasche.

Freisprechen statt Handy am Ohr

Wenn Sie unbedingt telefonieren müssen, nutzen Sie eine Freisprecheinrichtung. Noch besser: Telefonate auf Pausen verschieben.

Sitzheizung bewusst nutzen

Es ist herrlich, an einem Wintertag die Sitzheizung einzuschalten. Aber: Lassen Sie diese nicht dauerhaft auf Maximum laufen.

Entspannter fahren

Starke Beschleunigung, harte Bremsung und kräftige Rekuperation können Magnetfeldspitzen erhöhen. Besser: ein gleichmäßiger Fahrstil.

Beim Laden Abstand halten

Bleiben Sie nicht direkt neben Ladekabel und Ladestecker stehen, wenn Sie das Elektroauto laden. Beim AC-Laden lohnt sich etwas Abstand.

Rücksitze bewusst prüfen

Wenn Kinder regelmäßig hinten mitfahren, kann eine Messung am Rücksitz sinnvoll sein.

Typische Belastungspunkte im Auto

Theorie ist hilfreich. Messpraxis ist besser. Denn zwei Autos können auf dem Papier ähnlich wirken und im Innenraum trotzdem unterschiedlich messbar sein. Entscheidend sind Bauweise, Kabelverlauf, Sitzposition, eingeschaltete Verbraucher und Nutzung.

Fussraum vorne

Legen Sie das Smartphone nicht direkt an den Körper. Nutzen Sie eine Halterung mit Abstand. Noch besser: Lassen Sie es in der Tasche.

Rücksitz

Rücksitzplätze können je nach Fahrzeug und Reifen ebenfalls messbar belastet sein. Für Familien ist das relevant, weil Kinder häufig hinten sitzen.

Sitzheizung

Eine Sitzheizung ist angenehm. Sie kann aber im Unterleibs- und Rückenbereich zusätzliche magnetische Felder erzeugen.

Smartphone im Auto

Ein Handy auf dem Oberschenkel, in der Mittelkonsole oder direkt am Körper ist eine eigene Funkquelle. Bei schlechtem Empfang kann die Sendeleistung steigen.

Ladestecker und Ladekabel

Beim E-Auto entstehen beim Laden Magnetfelder vor allem im direkten Umfeld von Ladestecker und Kabel.

Kabelverlauf

Hochvoltkabel können je nach Fahrzeug unterschiedlich verlegt sein. In Bereichen mit geringem Abstand zum Kabel können dadurch erhöhte magnetische Felder messbar sein.

Elektrosmog im Auto

Häufige Fragen (FAQ)

Aktuelle Messstudien geben hier erst einmal Entwarnung. Sie zeigen: Die Magnetfelder in Elektro‑ und Verbrennerautos bleiben deutlich unter den Grenzwerten, die zum Schutz der Gesundheit festgelegt wurden – auch dann, wenn man vorsichtig für besonders sensible Gruppen wie Schwangere oder Menschen mit Implantaten rechnet.

Quelle: ADAC – „E‑Autos: Gesundheitsgefahr durch Elektrosmog?“adac

Die vorhandenen Untersuchungen kommen zu einem eher unspektakulären Ergebnis: Elektromagnetische Felder gibt es in allen modernen Verkehrsmitteln – im Auto, in der Bahn, im Bus und in der Tram. Die durchschnittlichen Werte liegen meist in einer ähnlichen Größenordnung, unterscheiden sich aber je nach Fahrzeugtyp, Sitzplatz und Abstand zu Motor, Kabeln oder Funktechnik. Entscheidend ist also weniger, ob Sie Auto oder Zug fahren, sondern wo Sie sitzen, wie lange Sie unterwegs sind und wie viel Funktechnik Sie direkt um sich herum aktiv nutzen.

Quelle: ENEX – „Strahlung im E‑Auto: Ist der Elektrosmog gefährlich?“

Für viele Menschen ist das Auto zwar wichtig – aber zeitlich gesehen oft nur ein kleiner Teil des Tages. Fachleute aus der Baubiologie betonen deshalb: Wer nicht gerade beruflich viele Stunden täglich im Auto verbringt, sollte die Belastung im Fahrzeug nicht überbewerten. Wer etwas für seine persönliche Vorsorge tun möchte, beginnt deshalb sinnvollerweise zuerst zu Hause. Und schaut sich das Auto ergänzend an.

Quelle: Baubiologie IBN – „Elektrosmog im Elektroauto?“baubiologie

Fachleute empfehlen, Modelle mit möglichst wenig unnötiger Funktechnik und elektronischer Zusatzausstattung zu bevorzugen. Machen Sie wenn möglich eine Probefahrt mit Messung, statt sich nur auf Prospekte zu verlassen. Oft schneiden ältere oder einfacher ausgestattete Fahrzeuge bei niederfrequenten Feldern besser ab als „rollende Computer“. Ein zurückhaltender Fahrstil kann zusätzliche Spitzen im E‑Auto reduzieren.

Quelle: Baubiologie IBN – „Elektrosmog im Elektroauto?“baubiologie