Elektromagnetische Felder im Alltag

Bahnstrom und Elektrosmog: Was Bahnlinien für Anwohner bedeuten können

Bahnstrom mit den IBES-Messgeräten einfach selber messen.
Niederfrequente Magnetfelder können durch Bahnstrecken entstehen.
Belastung durch Bahnstrecken bei angrenzenden Gebäuden.
Die Belastung kann sich auch innerhalb der Züge zeigen.

Bahnstrecken und ihre Auswirkungen auf das Umfeld

Wenn die Bahnstrecke vor der Haustür verläuft

Sie wohnen in der Nähe einer Bahnstrecke? Dann kennen Sie das: Züge fahren vorbei, und manchmal brummt oder knistert es leise. Die Fahrleitung und der Stromabnehmer am Zug fallen einem ins Auge. Und irgendwann stellen Sie sich die Frage, ob von der Bahn auch elektromagnetische Felder bis ins eigene Zuhause gelangen.
Tatsächlich entstehen entlang elektrischer Bahnlinien niederfrequente Magnetfelder, die sich auch im Hausinnern nachweisen lassen, wie Messungen von IBES zeigen. Ob Bahnstrom-Felder in Wohnungen messbar sind und wie stark sie ausfallen, hängt unter anderem vom Abstand zur Strecke, dem Zugverkehr und der Lage der Räume ab. Klarheit bringt letztlich nur eine Messung vor Ort.

Auf einen Blick

Bahnstrom erzeugt niederfrequente Magnetfelder mit 16,7 Hertz. Diese unterscheiden sich technisch vom üblichen 50-Hertz-Stromnetz. Für den Alltag ist aber weniger die Zahl entscheidend als die Feldstärke dort, wo Sie sich länger aufhalten: zum Beispiel im Schlafzimmer, Wohnzimmer, Homeoffice oder Büro.

Typische Wohnsituation

Wir wohnen an der Bahn – wie stark ist die Belastung wirklich?

Herr und Frau S. wohnen seit einigen Jahren in einem Reihenhaus nahe einer Bahnstrecke. Besonders abends nehmen sie ein leichtes Brummen wahr. Irgendwann fragten sie sich, ob das leise Brummen nachts wirklich nur der Zug selbst ist oder ob auch Bahnstrom-Felder eine Rolle spielen könnten. Sie fragten sich:

Eine professionelle Messung brachte Klarheit

Die Werte unterschieden sich im Haus deutlich. Vor allem die bahnseitigen Räume zeigten höhere Magnetfeldwerte als die gegenüberliegende Gebäudeseite. Gemeinsam haben wir die Ergebnisse Raum für Raum eingeordnet. Schlaf- und Arbeitsbereiche haben wir danach auf die weniger belastete Hausseite verlegt. Optimiert ohne umzubauen und mit viel Wirkung.

Bahnstrom-Felder können eine Rolle im Haus spielen. Die Belastung ist messbar.

Das technische Grundprinzip

Wie Bahnstrom entsteht – und warum er anders ist

Wie Bahnstrom Magnetfelder erzeugt

Bahnstrom ist so etwas wie das eigene Kraftwerk der Eisenbahn. Die Energie läuft über die Fahrleitung zum Zug. Der Rückstrom kommt über die Schienen und spezielle Rückleiter wieder zurück. Dabei entstehen entlang der Bahnlinie niederfrequente magnetische Felder. Ihre Stärke ist nicht konstant, sondern hängt vom Stromfluss ab. Sie ist höher, wenn viele oder schwere Züge unterwegs sind. Und niedriger, wenn auf der Strecke wenig Betrieb herrscht.

Fachzitat

Die Größe des magnetischen Feldes … hängt von der Stromstärke ab und ist dann am höchsten, wenn der meiste Strom fließt.
Referenz

Info-Tabelle

Bereich Bahnstrom Haushaltsstrom
Frequenz 16,7 Hertz 50 Hertz
Typische Quelle Fahrleitung, Schienen, Bahnversorgung Stromnetz im Gebäude
Feldart Niederfrequente Magnetfelder Niederfrequente Magnetfelder
Verlauf im Alltag Schwankt mit Zugverkehr und Last Hängt von Nutzung und Installation ab

Elektromagnetische Felder entlang der Bahn

Wie stark ist Bahnstrom messbar?

Bahnstrecken können niederfrequente Magnetfelder bis in angrenzende Gebäude bringen. Wie stark diese Felder tatsächlich sind, hängt von Abstand, Zugverkehr und örtlichen Gegebenheiten ab. Eine Messung schafft Klarheit.

Die wichtigste Frage für Anwohner

Dringt Bahnstrom in Gebäude ein?

Ja. Magnetfelder entlang elektrifizierter Bahnstrecken können — abhängig von Distanz, Zugverkehr und Gebäudesituation — in Wohnungen und Büroräume strahlen und sind messbar. Wie hoch die tatsächliche Belastung ist, lässt sich nur durch eine Messung vor Ort zuverlässig beurteilen.

Wer besonders betroffen sein kann

Wovon die tatsächliche Belastung abhängt

Die Situation vor Ort ist entscheidend

Kurze Distanzen zur Bahn bedeuten jedoch nicht automatisch hohe Feldstärken. Entscheidend bleibt immer die konkrete Situation vor Ort.
Bei einem Abstand von 7 Metern zum Leiterseil beträgt das B-Feld maximal 10,1 µT, bei 10 Metern < 4 µT.“ Das heisst: Schon mit wenigen Metern Abstand zur Leitung wird das Magnetfeld schwächer.
Deshalb können selbst Häuser an derselben Bahnlinie sehr unterschiedliche Messwerte aufweisen. Unsere Erfahrung zeigt: Die konkrete Situation vor Ort ist entscheidend.

Grenzwerte & Einordnung

Welche Grenzwerte gelten in Deutschland für Bahnstrom?

Gesetzliche Vorgaben für elektrische und magnetische Felder

Für Bahnstromanlagen mit 16,7 Hertz gelten in Deutschland die Grenzwerte der 26. BImSchV: 5 Kilovolt pro Meter für das elektrische Feld und 300 Mikrotesla für die magnetische Flussdichte, gemittelt über 6 Minuten. Diese Werte hat man übernommen, um sicherzustellen, dass die durch Bahnstrom erzeugten elektrischen Ströme im Körper deutlich unterhalb gesundheitlich kritischer Schwellen bleiben.

Weitere Details

Weitere Informationen zu Grenzwerten finden Sie  unter Grenzwerte & Gesetze.

Warum niederfrequente Magnetfelder weiterhin untersucht werden

Niederfrequente elektromagnetische Felder werden seit Jahren wissenschaftlich untersucht. Dabei beschäftigen sich Fachstellen vor allem damit, wie diese langfristig belasten und sich auf unsere Gesundheit auswirken können. Denn das ist nach wie vor nicht abschließend erforscht.

Die Wirkung der niederfrequenten Felder wird damit beschrieben, dass sie direkt elektrische Felder und Ströme im Inneren des Körpers erzeugen. Dabei kommt es ab einem bestimmten Schwellenwert zunächst zu biologischen Effekten und bei höheren Strömen auch zu gesundheitlichen Gefahren.
Referenz

Einordnung der Feldstärken

Genauso wichtig ist aber die zweite Seite der Einordnung: Dass ein Mechanismus grundsätzlich existiert, heißt noch nicht, dass Alltagsbelastungen automatisch gesundheitlich relevant sind. Das BMUV beschreibt, dass die im Körper hervorgerufenen Ströme bei den im Alltag üblichen Feldstärken äußerst gering sind.

Diese inneren Körperströme sind bei den im Alltag vorkommenden elektrischen Feldstärken äußerst gering und haben keine gesundheitlich relevanten Auswirkungen auf Moleküle und chemische Verbindungen.“
Referenz
Quelle: BMUV

Aus der Praxis

Was bei Messungen nahe Bahnlinien häufig auffällt

Bahnlinien sind keine ruhigen Nachbarn. Die Messungen zeigen das immer wieder und fast immer nach demselben Muster. Vier Beobachtungen, die wir regelmäßig machen:

Schlafzimmer auf der Bahnseite

Räume auf der Gleisseite können teilweise deutlich erhöhte Magnetfeldwerte aufweisen.

Belastungs-Schwankungen

Vorbeifahrende Züge können die Magnetfeldstärke im Gebäude kurzfristig verändern.

Unterschiedliche Werte im Gebäude

Nicht jeder Raum im Gebäude ist von Bahnstrom gleichermaßen betroffen.

Zusätzliche Quellen im Haus

Auch Hausinstallationen, Trafostationen oder einzelne Geräte können zur Gesamtsituation beitragen.

Möchten Sie Klarheit?

Sie wohnen nahe einer Bahnlinie?

Ob Bahnstrom-Felder in Ihrem Zuhause tatsächlich relevant sind, lässt sich durch Messungen belegen. Genau dafür analysiert IBES seit vielen Jahren niederfrequente elektromagnetische Felder in Wohnungen und Häusern.

Bahnstrom

Häufige Fragen (FAQ)

Nein. Bahnstrom erzeugt zwar Magnetfelder, aber ob die in Ihrer Wohnung eine Rolle spielen, entscheidet die Feldstärke direkt dort, wo Sie schlafen und leben. Grenzwerte sind so gewählt, dass sie vor nachgewiesenen Risiken schützen sollten.
Es gibt keine magische Distanz, sondern konkrete Feldstärken, ab denen im Körper stärkere Ströme entstehen. Genau daran orientieren sich internationale Empfehlungen und gesetzliche Grenzwerte. Sie sollen verhindern, dass diese Schwellen überhaupt erreicht werden.
Eine Messung zeigt, wie stark die Magnetfelder in Ihren wichtigsten Räumen wirklich sind. Nicht im Gefühl, sondern in Zahlen. Sie sehen auf einen Blick, welche Räume entspannter sind und wo es Optimierungspotenzial gibt.
Ja. Unsere Kunden achten zusätzlich auf Vorsorge. Besonders für Räume, in denen Sie sich lange aufhalten. Also zum Beispiel im Schlafzimmer, im Büro oder im Wohnzimmer. Vorsorge heißt hier: vorausschauend handeln und Strahlung reduzieren.