Wie stark sind die Felder wirklich?

Hochspannungsleitung und Elektrosmog

Bestimmt kennen Sie diese Situation: Sie sind auf einem Spaziergang, laufen unter einer Hochspannungsleitung durch und spüren ein Flirren auf der Haut. Vielleicht stellen sich sogar die Härchen auf Ihren Armen auf. Das macht Sie stutzig. Sie wohnen nämlich in der Nähe einer Hochspannungsleitung. Und stellen sich früher oder später Fragen wie diese: Wie stark ist die Strahlung von Starkstromleitungen tatsächlich? Wie weit reicht sie? Und muss ich mir wegen der Belastung Sorgen machen?

Wovon die Feldstärke abhängt

Hochspannungsleitungen erzeugen niederfrequente elektrische und magnetische Felder. Diese entstehen überall dort, wo große Mengen elektrischer Energie transportiert werden. Wie stark die Belastung tatsächlich ist, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:

Zwischen Wahrnehmung und Messbarkeit

Kann ich Hochspannungsleitungen körperlich spüren?

Bei all den Anfragen, die uns bei IBES erreichen, stellen wir fest: Viele Menschen nehmen Hochspannungsleitungen nicht nur optisch wahr. Besonders bei feuchtem Wetter berichten Anwohner über ein leises Sirren oder Knistern. Andere beschreiben ein unangenehmes Gefühl, Unsicherheit oder die Sorge vor einer dauerhaften Belastung im Wohnumfeld. Wer solche Felder besonders fein wahrnimmt, ist vermutlich elektrosensibel

Die tatsächliche Belastung

Deshalb ist entscheidend: Lassen Sie die tatsächliche Belastung messen und verschaffen Sie sich Klarheit, wenn Ihr Haus nahe einer Stromleitung steht.

Elektrosmog messen

Ob professionelle Elektrosmog-Messung durch IBES oder eigene Kontrolle mit einem Messgerät – wir bieten für jeden Bedarf die passende Lösung.

Erste Orientierung

Wo verlaufen Hochspannungsleitungen in Deutschland?

Viele Menschen wissen gar nicht genau, wie nah sich eine Hochspannungsleitung tatsächlich an ihrem Wohnort befindet. Sie wollen sich orientieren? Auf der offiziellen Übersichtskarte des deutschen Hochspannungsnetzes finden Sie große Übertragungsleitungen und wichtige Netzachsen. So können Sie zunächst prüfen, ob sich in der näheren Umgebung Ihres Wohnortes relevante Leitungen befinden und wo diese ungefähr verlaufen und wie nah.

Karte deutsches Höchstspannungsnetz

Sie wollen wissen, wie die Lage an Ihrem Wohnort aussieht. Hier gelangen Sie zur offiziellen Übersicht des deutschen Höchstspannungsnetzes:

Wichtig

Die Karte ersetzt keine Messung vor Ort. Wie stark elektrische und magnetische Felder in einem Gebäude tatsächlich ausfallen, können Sie nur so feststellen.

Hochspannungsleitung vor der Haustür? Dann nichts wie messen!

Das Grundprinzip

Welche Felder erzeugen Hochspannungsleitungen?

Niederfrequente elektrische und magnetische Felder

Hochspannungsleitungen transportieren Energie über weite Strecken und erzeugen elektrischen und magnetische Felder. Elektrische Felder entstehen durch die Spannung der Leitung. Magnetfelder entstehen durch den tatsächlichen Stromfluss.

Magnetfelder dringen leichter durch Gebäude

Für Ihren Alltag sind vor allem magnetische Felder relevant. Sie können nämlich Gebäude (Mauerwerk, Holz, Beton) leichter durchdringen. Wie intensiv diese Felder tatsächlich sind, hängt immer auch davon ab, wie stark eine Leitung gerade ausgelastet ist.
Feldart Entsteht durch Besonderheit
Elektrisches Feld Spannung wird durch Gebäude teilweise abgeschirmt
Magnetfeld Stromfluss dringt leichter in Gebäude ein
Hochfrequenz Funktechnik entsteht nicht durch Hochspannungsleitungen

Die wichtigste Alltagsfrage

Welche Rolle spielt der Abstand zur Hochspannungsleitung?

Abstand beeinflusst die Feldstärke

Die Feldstärke nimmt mit zunehmendem Abstand deutlich ab. Wie stark die Belastung an einem Wohnort tatsächlich ausfällt, hängt jedoch zusätzlich von Leitungstyp, Stromauslastung, Gelände und Gebäudesituation ab.

Warum Abstand entscheidend ist

Bei unseren Messungen zeigt sich immer wieder: Direkt unter einer Hochspannungsleitung entstehen die höchsten Magnetfeldwerte. Bereits wenige Dutzend Meter weiter können diese deutlich geringer ausfallen.

Was die Werte noch beeinflusst

Wie stark die Werte sinken, hängt neben der Auslastung auch davon ab:

Abstand zur Leitung

Abstand zur Leitung Typische Tendenz
Direkt unter der Leitung höchste Magnetfeldwerte
20–50 Meter deutliche Abnahme möglich
Größere Distanz häufig deutlich geringere Werte

Merke

Die Entfernung allein sagt noch wenig aus. Entscheidend sind die tatsächlich messbaren Werte vor Ort. Es gibt Wohnsituationen, in denen wir trotz sichtbarer Leitungen geringe Werte messen. Umgekehrt können Gelände, Leitungsführung oder zusätzliche Stromquellen innerhalb eines Hauses die Belastung erhöhen.

Für Sie zum Einordnen

Offizielle Grenzwerte bei Hochspannungsleitungen

Der gesetzliche Grenzwert für niederfrequente Magnetfelder bei 50 Hertz liegt in Deutschland bei 100 Mikrotesla (µT). Wissenschaftliche Diskussionen über mögliche Langzeitwirkungen beginnen jedoch bereits unter diesen Grenzwerten.

Grenzwerte und Vorsorgewerte

Internationale Fachstellen wie die International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) oder das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeiten mit gesetzlichen Grenzwerten. Diese sollen akute gesundheitliche Wirkungen verhindern. Gleichzeitig beschäftigen sich wissenschaftliche Untersuchungen seit Jahren mit möglichen Langzeitwirkungen niederfrequenter Magnetfelder – insbesondere bei dauerhafter Belastung.

Mögliche Gesundheitsrisiken

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) stuft niederfrequente Magnetfelder seit 2002 als „möglicherweise krebserregend“ (Gruppe 2B) ein. Hintergrund sind statistische Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für kindliche Leukämie bei langfristigen Belastungen oberhalb von etwa 0,3 bis 0,4 Mikrotesla. Das bedeutet nicht automatisch, dass Hochspannungsleitungen krank machen. Es bedeutet aber, dass Sie eine Dauerbelastung so weit wie möglich reduzieren sollten.

Land Grenzwerttyp Elektrisches Feld Magnetisches Feld Geltungsbereich
Deutschland Immissionsgrenzwert (26. BImSchV) 5.000 V/m 100 µT Alle Orte, an denen sich Menschen auch länger aufhalten
Deutschland Anlagegrenzwert — — Existiert nicht
Schweiz Immissionsgrenzwert 5.000 V/m 100 µT Überall, wo sich Menschen aufhalten können
Schweiz Anlagegrenzwert 5.000 V/m 1 µT Orte mit empfindlicher Nutzung (OMEN): Wohnungen, Schulen, Spielplätze, Kinderzimmer
Gesetzlicher Grenzwert Deutschland: 100 µT*, Wissenschaftlich diskutierter Bereich: ab ca. 0,3–0,4 µT, Frequenz Hochspannungsnetz: 50 Hertz
  • Wichtige Unterschiede: Die Schweiz hat mit 1 µT einen 100-mal strengeren Vorsorge-Grenzwert als Deutschland für Wohngebiete. Deutschland kennt nur den 100-µT-Grenzwert ohne zusätzliche Vorsorgeregelung.
  • Immissionsgrenzwert: Schützt vor wissenschaftlich nachgewiesenen Gesundheitsrisiken. Darf nirgends überschritten werden.
  • Anlagegrenzwert: Vorsorgewert zum Schutz vor möglichen, noch nicht abschließend erforschten Langzeitwirkungen. Gilt nur in der Schweiz für sensible Orte wie Wohnungen und Schulen.

* µT Mikrotesla

Kinderleukämie und Magnetfelder

Haben Sie Kinder? Seit 30 Jahren wird ein möglicher Zusammenhang zwischen niederfrequenten Magnetfeldern von Hochspannungsleitungen und Kinderleukämie diskutiert. Wissenschaftlich bestehen immer noch Unklarheiten. Deshalb will die Weltgesundheitsorganisation keine Entwarnung geben. Epidemiologische Studien zeigen einen möglichen Zusammenhang: Kinder, die langfristig (mehrjährig) Magnetfeldern über 0,4 Mikrotesla ausgesetzt sind, haben ein etwa doppelt bis dreifach erhöhtes Leukämierisiko.

Quelle: https://www.emf.ethz.ch/de/emf-info/themen/gesundheit/krebs/leukaemie

Weitere Infos

Unter diesen Links finden Sie weitere Informationen zu verwandten Themen:

Aus der Praxis

Warum Menschen sich wegen Hochspannungsleitungen an IBES wenden

Wer sich an IBES wendet, ist meist mit einer konkreten Situation konfrontiert. Entweder spüren unsere Kundinnen und Kunden körperliche Veränderungen. Oder sie sind umgezogen und realisieren nach ein paar Tagen, dass sich ihr Wohngefühl verändert hat. Typische Fragen zum Einfluss von Starkstromleitungen entstehen:
Professionelle Messung der elektromagnetischen Felder durch Hochspannungsleitungen vor Ort.
Ich habe heute ein elektrobiologisches Anliegen. Wie am Freitag telefonisch besprochen geht es mir um ein Einfamilienhaus, das wir in Tübingen kaufen möchten. Es steht etwa 40 m neben einer 220-kV-Hochspannungsleitung.
Wir wohnen in unmittelbarer Nähe einer Hochspannungsleitung und etwas weiter entfernt befindet sich eine Bahnlinie. Ich habe seit längerer Zeit Schlafstörungen und sie haben sogar zugenommen im letzten Jahr. Nun frage ich mich, ob dies mit der Hochspannungsleitung einen Zusammenhang hat.
Neben unserer neuen Wohnung hat es eine Hochspannungsleitung. Ich möchte wissen, ob wir von einer Belastung betroffen sind, beziehungsweise wie wir die Wohnung am besten einrichten können. Gibt es Abschirmungen? Davon habe ich schon gehört.

Ihr nächster Schritt

Profi beauftragen

Solche Anfragen zeigen, dass Menschen sich Orientierung wünschen und wissen wollen, wie sie ihre konkrete Wohnsituation einordnen können. Genau dafür sind unsere professionellen Messungen gedacht.

Wenn Hochspannungsleitungen hörbar werden

Fachliche Einordnung zu hörbaren Hochspannungsleitungen

Nebel, Regen, schwüle Sommertage können Hochspannungsleitungen zum „Singen“ bringen. Viele Menschen beschreiben sie als ein leises Summen, Sirren oder Knistern. Ursache dafür sind sogenannte Koronaentladungen an den Leitungen. Diese entstehen vor allem bei hoher Spannung und wenn das Wetter feucht ist.

Was Swissgrid dazu erklärt

Das Schweizer Stromnetzunternehmen Swissgrid beschreibt sogenannte Koronaentladungen als Ursache für die hörbaren Geräusche: „Diese sogenannten Koronaentladungen verursachen die wahrnehmbaren Geräusche, die als Knistern oder Brummen beschrieben werden können.“ Quelle: https://www.swissgrid.ch/de/home/newsroom/blog/2022/20221221-01.html

Sirren, Knistern oder ein unangenehmes Gefühl

Warum manche Menschen Hochspannungsleitungen wahrnehmen

„Ich hab meinem Mann kürzlich gesagt, dass ich diese Hochspannungsleitungen spüre. Er hat die Augenbrauen hochgezogen und gelächelt.“

Was eine Person wahrnimmt, lässt die andere kalt. Das ist gut möglich. Denn jeder Mensch reagiert individuell auf Elektrosmog:

Wahrnehmung und Messwerte unterscheiden

Wissenschaftlich lassen sich solche individuellen Wahrnehmungen nicht immer eindeutig zuordnen. In der Praxis von IBES sind sie jedoch häufig der Anlass, dass unsere Kundschaft die tatsächliche Belastung vor Ort genau messen lassen will.

Wichtig ist dabei: Ihre Wahrnehmung und die messbare Feldstärke sind nicht automatisch dasselbe. Genau deshalb schafft eine professionelle Messung oft mehr Klarheit als reine Vermutungen.

Was Messungen vor Ort zeigen

Was bei Messungen nahe Hochspannungsleitungen häufig auffällt

Theoretische Grenzwerte sind das eine. Vor Ort zeigen sich jedoch oft sehr unterschiedliche Situationen. Wenn wir messen, treffen wir oft folgendes an: Je nach Abstand zur Leitung, Auslastung, Leitungsführung und Gebäudesituation können die gemessenen Feldstärken deutlich variieren. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die tatsächlichen Bedingungen vor Ort.

Schlafzimmer auf Leitungsseite

Die höchsten Werte treten häufig in den Räumen auf, die der Leitung direkt zugewandt sind und besonders nah liegen.

Unterschiedliche Belastung im Haus

Nicht jeder Raum ist gleich betroffen. Teilweise unterscheiden sich Messwerte innerhalb eines Gebäudes deutlich.

Schwankende Netzlast

Die Feldstärke kann je nach Tageszeit und Stromauslastung variieren und im Tagesverlauf deutlich schwanken.

Niederfrequente Quellen

Oft kommen weitere Quellen hinzu — etwa Hausinstallationen, Sicherungskästen, Fußbodenheizungen oder elektrische Geräte.

Was Sie konkret tun können

Das können Sie bei einer möglichen Strahlenbelastung durch Hochspannungsleitungen tun

Aufenthaltsräume prüfen

Besonders relevant sind Schlafzimmer, Kinderzimmer und Arbeitsplätze.

Nicht nur die Entfernung betrachten

Entscheidend sind die tatsächlichen Messwerte im Gebäude und an den Aufenthaltsorten.

Zusätzliche Quellen berücksichtigen

Oft wirken mehrere niederfrequente Quellen (z. B. Netzteile, Verlängerungskabel o. ä.) gleichzeitig.

Messwerte professionell einordnen lassen

Eine seriöse Bewertung berücksichtigt Grenzwerte, Vorsorgewerte und die konkrete Wohnsituation.

Hochspannungsleitungen

Häufige Fragen (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Elektrosmog-Messung und zur Entscheidung zwischen eigener Messung und Profi-Messung.
Das Feld wird mit jedem Meter schwächer. Wie stark es direkt bei Ihnen zuhause ist, hängt von Spannung, Stromstärke und Leitungshöhe ab. Eine Messung schafft Klarheit.
Ja, einen großen: Erdkabel erzeugen Magnetfelder nur direkt darüber. Elektrische Felder werden von der Erde fast komplett geschluckt. Schon ein paar Meter daneben ist kaum noch etwas messbar – ganz anders als bei Freileitungen.
Klar geht das. Aber Sie sehen nur den Moment. Profi-Messungen erfassen 24-Stunden-Verläufe, Spitzenwerte nachts und alle Quellen im Haus (Verkabelung, Trafo, Geräte). So wissen Sie wirklich, was los ist.
Weil Sie dort jede Nacht 6 bis 8 Stunden am Stück verbringen. Nirgendwo sonst ist die Expositionszeit so lang. Wenn am Kopfende dauerhaft über 0,3 µT gemessen werden, lohnt sich ein Blick auf Alternativen: Bett umstellen, Raum wechseln, abschirmen.
Die Datenlage ist unklar: Studien zeigen einen statistischen Zusammenhang zwischen Langzeitbelastung über 0,4 µT und Kinderleukämie, aber keinen bewiesenen Mechanismus. Die IARC stuft diese Felder als „möglicherweise krebserregend“ ein. Vorsicht schadet nicht. Kinderzimmer in Leitungsnähe sollten gemessen werden.
Erst die Ursache klären: Manchmal sind es interne Quellen (Trafo, fehlerhafte Kabel), die sich leicht beheben lassen. Kommt’s von außen, helfen Raumwechsel, Möbelumstellung oder gezielte Abschirmung. IBES zeigt Ihnen nach der Messung, welche Maßnahme bei Ihnen am meisten bringt.