Elektrosmog und Krebs
Kann elektromagnetische Strahlung Krebs verursachen?
Auf dieser Seite
- ordnen wir den aktuellen Forschungsstand sachlich ein.
- erklären wir, was die Einstufung «möglicherweise krebserregend» bedeutet
- und geben Inputs, was vernünftige Vorsorge im Alltag heissen kann.
Was Studien aussagen, sachlich eingeordnet
Elektrosmog und Krebs – das sagt die Forschung
Zwei Strahlungsarten, zwei Bewertungen
Wenn von „Elektrosmog und Krebs“ die Rede ist, wirft man oft verschiedene Dinge in einen Topf.
Die Forschung unterscheidet aber klar zwischen hochfrequenten Feldern (z. B. Mobilfunk, WLAN, Funk) und niederfrequenten Magnetfeldern (z. B. Stromleitungen, Hausinstallation, Elektrogeräte). Die Datenlage ist in beiden Bereichen unterschiedlich und wird deshalb getrennt bewertet.
Hochfrequente Felder und Krebs (Handy, Mobilfunk)
Mobilfunk und Hirntumore (Handy, Funkstrahlung)
Auch bei der Frage nach Hirntumoren ist die Datenlage insgesamt eher beruhigend. Große Langzeitstudien wie COSMOS (Cohort Study of Mobile Phone Use and Health) fanden bei Erwachsenen bislang keinen Zusammenhang zwischen langfristiger Mobiltelefonnutzung und einem erhöhten Risiko für Gehirntumore wie Gliome, Meningeome oder Akustikusneurinome. Das bestätigt das deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in seiner Auswertung. Allerdings sind Langzeitfragen nicht abschliessend beantwortet.
Kinder und hochfrequente Felder (Handy, Mobil)
IARC 2024
Neubewertung als «high priority»
Trotz bisheriger Entwarnungen stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hochfrequente nichtionisierende Strahlung (RF EMF) als «high priority» für eine erneute Krebsrisiko-Bewertung im Zeitraum 2025–2029 ein.
Neue Hinweise aus Human- und Tierstudien rechtfertigen aus Sicht der IARC eine Neubewertung der bisherigen Einstufung.
Eine Hochstufung ist damit allerdings noch nicht beschlossen. Die Neubewertung ist für die zweite Hälfte der Periode geplant.
Medizinische und biologische Risikoforschung
Warum weitere Forschung gefordert wird
Mögliche Risiken nichtionisierender Strahlung stehen auch bei den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz (AefU) in der Schweiz im Fokus: Ende 2029 sollen weitere verfügbare Mobilfunkfrequenzen vergeben werden. Unter anderem Millimeterwellen in den Bereichen 26 GHz und 40 GHz.
«Wir sind sehr besorgt, was die Nutzung von Millimeterwellen für grossräumige Kommunikationszwecke angeht», sagen die AefU und plädieren in einer Stellungnahme dafür, «einen Teil des Erlöses der Versteigerung der Konzessionen für die Finanzierung von kontinuierlicher medizinischer und biologischer Risikoforschung zu verwenden.»
Quellen und weiterführende Informationen
Strahlungsquellen
Vorsorge im Alltag
Wie können Sie konkret vorsorgen?
Nähe zu Stromleitungen
Kinderzimmer bewusst platzieren
Bett weg von Leitungen
Stromkreise nachts entlasten
Elektrosmog wirksam reduzieren
Die wichtigsten Regeln für sinnvolle Schutzmassnahmen
- Erst messen, was tatsächlich vorhanden ist
- Belastung sachlich einordnen (Hochfrequenz / Niederfrequenz)
- Gezielt handeln – nicht auf Verdacht investieren
- Abschirmung dort, wo Messwerte es zeigen
- Regelmässig nachkontrollieren nach Umbau oder neuen Geräten
- Bei Unsicherheit: Profi beiziehen