Elektrosmog und Krebs

Kann elektromagnetische Strahlung Krebs verursachen?

Krebs. Vielleicht haben Sie selbst schon danach gesucht, gelesen, verglichen. Kaum ein gesundheitliches Thema verunsichert mehr als dieses. Seit über 20 Jahren untersucht man, ob elektromagnetische Strahlung Krebs verursachen kann. Einen belastbaren Beweis gibt es bis heute nicht, jedoch genügend Hinweise. Gesundheitsbehörden und Fachgremien plädieren deshalb auf Vorsorge.

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Was Studien aussagen, sachlich eingeordnet

Elektrosmog und Krebs – das sagt die Forschung

Zwei Strahlungsarten, zwei Bewertungen

Wenn von „Elektrosmog und Krebs“ die Rede ist, wirft man oft verschiedene Dinge in einen Topf.

Die Forschung unterscheidet aber klar zwischen hochfrequenten Feldern (z. B. Mobilfunk, WLAN, Funk) und niederfrequenten Magnetfeldern (z. B. Stromleitungen, Hausinstallation, Elektrogeräte). Die Datenlage ist in beiden Bereichen unterschiedlich und wird deshalb getrennt bewertet.

Hochfrequente Felder und Krebs (Handy, Mobilfunk)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) fasst die Datenlage so zusammen: Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand sind bei Einhaltung der Grenzwerte keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch hochfrequente Felder zu erwarten. Das gilt auch für die alltägliche Nutzung von Mobilfunk, WLAN und anderen Funkanwendungen. Entscheidend ist dabei, dass die geltenden Grenzwerte eingehalten werden und die Exposition entsprechend begrenzt bleibt.

Mobilfunk und Hirntumore (Handy, Funkstrahlung)

Auch bei der Frage nach Hirntumoren ist die Datenlage insgesamt eher beruhigend. Große Langzeitstudien wie COSMOS (Cohort Study of Mobile Phone Use and Health) fanden bei Erwachsenen bislang keinen Zusammenhang zwischen langfristiger Mobiltelefonnutzung und einem erhöhten Risiko für Gehirntumore wie Gliome, Meningeome oder Akustikusneurinome. Das bestätigt das deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in seiner Auswertung. Allerdings sind Langzeitfragen nicht abschliessend beantwortet.

Kinder und hochfrequente Felder (Handy, Mobil)

Für Kinder gibt es bisher keine belastbaren Hinweise darauf, dass hochfrequente Felder aus Sendern und Mobilfunk das Leukämierisiko erhöhen. Auch der Krebsinformationsdienst sieht kein gesichertes Krebsrisiko durch alltägliche HF-Exposition. Wichtig ist aber die Einordnung: „Keine belastbaren Hinweise“ bedeutet nicht „zu 100 Prozent ausgeschlossen“, sondern beschreibt den aktuellen Stand der Forschung. Weitere Untersuchungen sind dennoch wichtig und sinnvoll.

IARC 2024

Neubewertung als «high priority»

Trotz bisheriger Entwarnungen stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hochfrequente nichtionisierende Strahlung (RF EMF) als «high priority» für eine erneute Krebsrisiko-Bewertung im Zeitraum 2025–2029 ein.

Neue Hinweise aus Human- und Tierstudien rechtfertigen aus Sicht der IARC eine Neubewertung der bisherigen Einstufung.

Eine Hochstufung ist damit allerdings noch nicht beschlossen. Die Neubewertung ist für die zweite Hälfte der Periode geplant.

Medizinische und biologische Risikoforschung

Warum weitere Forschung gefordert wird

Mögliche Risiken nichtionisierender Strahlung stehen auch bei den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz (AefU) in der Schweiz im Fokus: Ende 2029 sollen weitere verfügbare Mobilfunkfrequenzen vergeben werden. Unter anderem Millimeterwellen in den Bereichen 26 GHz und 40 GHz.

«Wir sind sehr besorgt, was die Nutzung von Millimeterwellen für grossräumige Kommunikationszwecke angeht», sagen die AefU und plädieren in einer Stellungnahme dafür, «einen Teil des Erlöses der Versteigerung der Konzessionen für die Finanzierung von kontinuierlicher medizinischer und biologischer Risikoforschung zu verwenden.»

Vorsorge im Alltag

Wie können Sie konkret vorsorgen?

Weil die Datenlage in Teilen offen ist, empfehlen wir von IBES und auch Fachbehörden einen sorgfältigen Umgang: unnötige Exposition dort reduzieren, wo es ohne großen Aufwand möglich ist. Das gilt besonders für den Schlafbereich und für Orte, wo Kinder sich aufhalten.

Nähe zu Stromleitungen

Das sind Funksignale: WLAN-Router, Mobilfunkantennen (5G, 4G), Bluetooth, schnurlose Telefone. Sie kommen oft von außen.

Kinderzimmer bewusst platzieren

Das sind elektrische Felder aus Stromleitungen, Steckdosen und Haushaltsgeräten. Die Felder entstehen auch, wenn Geräte ausgeschaltet sind aber noch am Strom hängen. Besonders betroffen kann Ihr Schlafzimmer sein.

Bett weg von Leitungen

Das sind magnetische Felder aus Stromleitungen, Elektrogeräten und Bahnstrom. Dieser Feldtyp dringt durch Wände und ist besonders im Zusammenhang mit Kinderzimmern und Schlafplätzen relevant.

Stromkreise nachts entlasten

Das sind magnetische Felder aus Stromleitungen, Elektrogeräten und Bahnstrom. Dieser Feldtyp dringt durch Wände und ist besonders im Zusammenhang mit Kinderzimmern und Schlafplätzen relevant.
Messen schafft Klarheit: Eine Messung zeigt, wo im Wohnumfeld tatsächlich Belastungen bestehen und welche Schutzmassnahmen sinnvoll sind.

Elektrosmog wirksam reduzieren

Die wichtigsten Regeln für sinnvolle Schutzmassnahmen