Wie wirkt Elektrosmog auf Kinder?

Elektrosmog und die Gesundheit von Kindern

Wenn das Kinderzimmer plötzlich Fragen aufwirft

Seit dem Einzug in die neue Wohnung schläft Ihr 3-jähriger Sohn schlecht. Zufällig lesen Sie einen Artikel über nahe Stromleitungen und Kinder. Und im Kinderhort haben Sie aufgeschnappt, dass eine andere Mutter das Kinderzimmer hat messen lassen.

Was über Kinder und Elektrosmog bekannt ist

Spätestens jetzt taucht bei Ihnen die Frage auf: Sind Kinder gegenüber Elektrosmog empfindlich, womöglich sogar empfindlicher als Erwachsene? IBES erklärt, was die Forschung dazu sagt, welche Quellen im Kinderzimmer zählen. Und wie Sie mit einfachen Schritten für mehr Schutz sorgen können.

Was die Forschung über Kinder sagt

Kinder und Elektrosmog: Was ist bekannt?

Kinder gelten beim Thema Elektrosmog als schützenswert. Messungen können bei der Vorsorge helfen.

Erhöhte Sensibilität

Ist Elektrosmog für Kinder gefährlicher?

Kinder gelten beim Thema Elektrosmog als besonders schützenswert. Das bedeutet aber nicht, dass alle Kinder automatisch sensibler reagieren. Viel mehr berücksichtigen Behörden wie das Bundesamt für Strahlenschutz sie besonders, weil sie sich noch entwickeln und mögliche Umwelteinflüsse sie über viele Jahre begleiten. Kinder wachsen mit Technologien auf, die aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken sind.

Wer bereits im Kindesalter mit diesen Technologien lebt, verbringt deutlich mehr Lebensjahre mit ihnen als frühere Generationen. Deshalb untersuchen Forschende nicht nur die Frage, ob elektromagnetische Felder unmittelbare Auswirkungen auf Kinder haben könnten. Sie interessieren sich auch für mögliche Langzeiteffekte und beobachten die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnisse fortlaufend.
WLAN in der Schule, Tablets im Unterricht, Smartphones in der Familie und zahlreiche elektrische Geräte im Wohnumfeld gehören längst zum Alltag unserer Kinder dazu.

Kinder entwickeln sich noch

Organe, Nervensystem und Stoffwechsel verändern sich während der Kindheit laufend. Das macht Kinder empfindlicher gegenüber Umweltfaktoren. „Kinder sind im Allgemeinen strahlensensitiver als Erwachsene.“ Ursachen dieser Empfindlichkeit sind „eine längere Lebenserwartung, […] erhöhte Zellteilungsraten in jungen Jahren, […] und ein noch unreifes Immunsystem.“ Dr. Maria Gomolka, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Der kindliche Kopf

Modelle berücksichtigen den kindlichen Kopf ausdrücklich, um zu prüfen, wie hochfrequente Felder dort aufgenommen werden. Dabei wird berücksichtigt, dass sich Körper und Kopfgröße im Laufe der Entwicklung verändern. „[…] durch möglichst realitätsnahe Modellierung sowohl des kindlichen Kopfes als auch der verwendeten Sende- und Empfangseinrichtungen [wird] die Exposition ermittelt.“ Dr. Maria Gomolka, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Kinder leben mit Technologien

Wer schon als Kind mit Handy, WLAN und Funktechnik lebt, sammelt über die Jahre deutlich mehr Stunden mit diesen Feldern. „Kinder haben im Gegensatz zu Erwachsenen eine hohe Lebenserwartung und damit eine größere Wahrscheinlichkeit, dass geschädigte Zellen im Laufe ihres Lebens genetische Veränderungen anhäufen, die nicht mehr von der zellulären Umgebung und dem Immunsystem kontrolliert werden können und zu Tumoren führen.“ Dr. Maria Gomolka, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Vorsorge hat bei Kindern Vorrang

Gesundheitsbehörden empfehlen Eltern einen vorsorglichen Umgang mit elektromagnetischen Feldern bei Kindern, auch wenn sie keinen gesicherten Schaden sehen. „Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass Kinder empfindlicher auf Mobilfunkfelder reagieren als Erwachsene. (…) Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt dennoch, die Belastung durch Mobilfunkfelder so gering wie möglich zu halten.“ Dr. Maria Gomolka, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Messorte & Strahlungsquellen

Detaillierte Informationen zu relevanten Messorten und Strahlungsquellen finden Sie auf unseren Seiten „Messen zu Hause“ und „Strahlungsquellen“.

Die Frage nach möglichen Gesundheitsrisiken

Elektrosmog und Gesundheit von Kindern: Was sagt die Forschung?

Zwischen Vorsorge und wissenschaftlicher Einordnung

Als Eltern wünschen Sie sich eine klare Antwort auf die Frage, ob Elektrosmog für ihr Kind gefährlich ist. Die gibt es nicht. Einerseits sehen Behörden wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte keine nachgewiesenen Gesundheitsrisiken durch hochfrequente Felder wie Mobilfunk oder WLAN. Andererseits verfolgen dieselben Institutionen die Forschung weiterhin aufmerksam.

Klarheit statt Verunsicherung

Wir erleben in Gesprächen mit Familien häufig, dass die Vielzahl unterschiedlicher Aussagen im Internet verunsichern. Und viele Eltern wollen einfach wissen, ob im Kinderzimmer und im gesamten Wohnumfeld überhaupt relevante Quellen vorhanden sind und ob Handlungsbedarf besteht.

Keine Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk oder WLAN?

Kann Elektrosmog bei Kindern Leukämie auslösen?

Diese Frage begleitet die Forschung seit vielen Jahren. Und zwar in Bezug auf niederfrequente Magnetfelder. Solche Felder entstehen vor allem rund um Stromleitungen, Hausinstallationen und bestimmte elektrische Geräte.

Für niederfrequente Magnetfelder berichten das Bundesamt für Strahlenschutz und das Bundesamt für Umwelt von epidemiologischen Studien, in denen Kinder bei langfristigen Expositionen ab etwa 0,3–0,4 Mikrotesla häufiger an Leukämie erkrankten.

Wie Behörden die Studienlage einordnen

Das BfS formuliert dazu: „Erforschung der Ursachen für Leukämie im Kindesalter: Die Hinweise aus den epidemiologischen Studien reichen nicht aus, um als Nachweis einer Ursache‑Wirkungs‑Beziehung zu gelten.“

Das Bundesamt für Umweltschutz, Schweiz (BAFU) ergänzt:
„Selbst wenn Magnetfelder das Kinderleukämie‑Risiko also tatsächlich erhöhten, was bisher nicht bewiesen ist, hätte ein wenig exponiertes Kind nur ein sehr geringfügig höheres Risiko, an Leukämie zu erkranken.“

Fazit

Wenn ein Risiko existiert, scheint es sich zuerst bei Kindern zu zeigen. Insbesondere dort, wo Kinder über viele Jahre in der Nähe von Leitungen und Installationen leben. Wir finden: ein starkes Argument für Vorsorge!

Sie wollen tiefer in Wissenschaft und Studien eintauchen? Wir haben Wichtiges für Sie zusammengefasst.

Sind Handy, WLAN und Mobilfunk für Kinder ein Risiko?

Ihr Kind spielt gern mit dem Smartphone. Es schickt im Minutentakt Sprachnachrichten, schaut kurze Videos und hört Hörspiele im Streaming. Zuhause läuft das WLAN fast rund um die Uhr, in der Schule arbeiten Tablets mit drahtlosen Netzen. Handy, WLAN und Mobilfunk erzeugen hochfrequente Felder. Fachstellen bewerten diese Felder anders als etwa Magnetfelder von Starkstromleitungen.

Kinder reagieren nicht empfindlicher

Das Elternportal kindergesundheit-info.de fasst die Einschätzung zum Mobilfunk so zusammen: „Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass Kinder empfindlicher auf Mobilfunkfelder reagieren als Erwachsene.“ Die Einschätzung bezieht sich auf den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand und die bisher vorliegenden Forschungsergebnisse.

Keine Hinweise auf erhöhte Risiken

Das Portal verweist dabei ausdrücklich auf das Bundesamt für Strahlenschutz und die internationale MOBI-Kids-Studie. In der Stellungnahme zur MOBI-Kids-Studie schreibt das BfS: „Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung und dem Risiko für Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen.“

Kritische Stimmen zu WLAN und Mobilfunktechnik

Trotz dieser Einschätzung melden sich auch Stimmen, die deutlich stärker zu Vorsicht raten.

Es gibt Initiativen und ärztliche Organisationen, die kritischer sind und ausdrücklich vor WLAN und Mobilfunktechnik im Umfeld von Kindern warnen.

diagnose:funk

Der Verein diagnose:funk wertet Studien zu WLAN aus und kommt zu einem deutlich strengeren Schluss:

Er empfiehlt, WLAN in Schulen und Kindergärten grundsätzlich zu vermeiden und verweist auf mehr als 100 ausgewertete Studien, die aus seiner Sicht gesundheitliche Risiken für Kinder nahelegen.

Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU)

Neben deutschen Fachstellen äußern sich auch ärztliche Organisationen in Nachbarländern kritisch zu Funktechnik.

Die Schweizer Organisation „Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU)“ verfolgt seit vielen Jahren den Wissensstand zu nichtionisierender Strahlung. Sie schreibt in ihrem Positionspapier „Mobilfunk und Strahlung“:

„Aus medizinischer Sicht ist deshalb das Vorsorgeprinzip zwingend. Das heisst: Minimierung der Strahlenbelastung bei Mobilfunkanlagen, Indoor-Netzwerken (z. B. WLAN, LAN) und Endgeräten.“

Weitere Infos

Sie wollen wissen, wie Mobilfunk und WLAN strahlen? Hier finden Sie detaillierte Informationen.

Wie kann ich mein Kind vor Elektrosmog schützen?

Sie sehen: Die Meinungen gehen auseinander. Und die Geräte sind Teil unseres Alltages. Bei Messungen treffen wir oft vier Quellen an, die einen Großteil der Belastung für Kinder produzieren. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Strahlung von Babyphones. Alle vier Strahlungsquellen können Sie mit einfachen Mitteln reduzieren. Diese Maßnahmen helfen sofort. Ob sie ausreichen und ob weitere Quellen vorhanden sind, zeigt erst eine Messung.

Babyphone

Viele Babyphones und Schnurlossysteme senden auch ohne aktive Nutzung. Deshalb gilt: Abstand zum Bett, nachts nur so viel Technik wie nötig und – wenn möglich – Geräte mit Evo- oder VOX-Funktion wählen.

WLAN-Router

Der Router hat im Kinderzimmer nichts zu suchen. Ein Router im Nebenzimmer und mit ausgeschalteter Verbindung ist die beste Vorsorge. Tipp: Prüfen Sie das Kinderzimmer auch auf Signale von Nachbar-WLANs.

Steckdosenleisten und Netzteile

Mehrfachsteckdosen, Netzteile und Heizgeräte nicht dauerhaft direkt am Bett betreiben. Ein kleiner Abstand oder eine andere Position reicht oft, um Werte deutlich zu senken.

Schlafbereich

Kinderbett 10 cm von der Wand entfernt. Keine Kabel unter oder um das Bett. Keine Halogenlampen in Bettnähe. Stecker von Geräten nach Gebrauch ziehen.

Gegenüberstellung

Wann reicht ein Messgerät, wann braucht es den Profi?

Selber messen

Viele Eltern möchten zuerst selbst messen. Das erachten wir als sinnvoll. Das Messgerät ist ein erster günstiger Schritt für mehr Klarheit. Damit können Sie einzelne Quellen sichtbar machen.

Sie sehen zum Beispiel:

Profi-Messung

Sobald mehrere Quellen zusammenwirken, stößt ein einfaches Gerät schnell an Grenzen. Es zeigt zwar Werte, erklärt aber nicht, woher sie stammen und wie Sie sie bewerten können. In solchen Fällen bringt eine Profi-Messung Klarheit.

Wir wir vorgehen:

Aus dem Leben einer Familie

Fallbeispiel

Der Verdacht der Familie

Familie M. zieht in eine neue Wohnung. Der Sohn schläft schlecht, wirkt tagsüber müde und klagt über Kopfschmerzen. Die Eltern vermuten zuerst WLAN und das neue Smart-TV-System als Ursache. Sie melden sich, weil sie Klarheit wollen, gerade auch wegen ihres Kindes und der möglichen Belastung im neuen Zuhause.

Messung bringt Klarheit

Unsere Messung zeigt: Die Funkfelder durch WLAN, Babyphone und Mobilfunk liegen im üblichen Vorsorgebereich und bleiben deutlich unter den Grenzwerten. Auffällig sind dagegen erhöhte Magnetfelder an einer Schlafzimmerwand, verursacht durch eine ältere Strominstallation und eine schlecht platzierte Mehrfachsteckdose.

Die Lösung

Die Familie stellt das Bett um, lässt die Steckdose von unserer Elektrofachkraft anpassen und trennt unnötige Geräte nachts vom Netz. Bei einer Kontrollmessung sind die Magnetfeldwerte deutlich gesunken. Die Eltern berichten, dass ihr Sohn wieder besser schläft – und sie selbst das Thema Elektrosmog nun konkreter einschätzen können.

Elektrosmog bei Kindern

Häufige Fragen (FAQ)

Kinder gelten beim Thema Elektrosmog als besonders schützenswert. Ihr Körper befindet sich in Entwicklung, und deshalb empfehlen Fachstellen bei Handy, WLAN und Babyphone einen vorsichtigen Umgang. Das heißt nicht, dass jedes Risiko bereits bewiesen ist. Aber Vorsorge ist hier besonders sinnvoll.
Das ist eine häufige Situation. Neue Wohnungen bringen neue Quellen mit: andere Hausinstallationen, Nachbar-WLAN, Mobilfunkantennen in der Nähe, Smart-Home-Systeme. Eine professionelle Messung zeigt, welche Felder tatsächlich vorhanden sind und wo der Handlungsbedarf liegt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt in ihren Informationen zu elektromagnetischen Feldern und Schwangerschaft, sie sehe „keinen negativen Einfluss“ von Funkfeldern auf die embryonale Entwicklung und empfehle deshalb keine speziellen Schutzmaßnahmen nur wegen Mobilfunk- oder WLAN Feldern.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt für hochfrequente Felder wie Handy, WLAN und Mobilfunk dieselbe Linie aus: Unterhalb der geltenden Grenzwerte seien nach heutigem Stand keine gesundheitlichen Wirkungen nachgewiesen, gleichzeitig empfehle das BfS „einen vorsorglichen Umgang“, also: Handy nicht unnötig lange direkt am Körper, Headset nutzen, Router sinnvoll platzieren.

Mehr zu typischen Strahlungsquellen im Haushalt (Handy, WLAN, Induktionsherd, PV‑Anlage, Babyphone) auf unserer Strahlungsquellen‑Seite.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt für hochfrequente Felder wie Handy, WLAN und Mobilfunk dieselbe Linie aus: Unterhalb der geltenden Grenzwerte seien nach heutigem Stand keine gesundheitlichen Wirkungen nachgewiesen, gleichzeitig empfehle das BfS „einen vorsorglichen Umgang“, also: Handy nicht unnötig lange direkt am Körper, Headset nutzen, Router sinnvoll platzieren.

Mehr zu typischen Strahlungsquellen im Haushalt (Handy, WLAN, Induktionsherd, PV‑Anlage, Babyphone) auf unserer Strahlungsquellen‑Seite.

Elektrosmog messen

Ob professionelle Elektrosmog-Messung durch IBES oder eigene Kontrolle mit einem Messgerät – wir bieten für jeden Bedarf die passende Lösung.